HomeWAHLPROGRAMM GEMEINDERATSWAHLEN 4. MAI 2025 BOZEN

WAHLPROGRAMM:

Gemeinderatswahlen 4. Mai 2025 Bozen

Koalitionsprogramm

Download hier

Unsere Vision

Die GRÜNEN–VERDI–VËRC Bozen haben ihr Programm im Rahmen ihrer offenen Arbeitsgruppen im letzten Jahr erarbeitet – auf Basis ihrer langjährigen Grundprinzipien: Respekt, Solidarität, Mehrsprachigkeit, Umweltschutz und soziale Gerechtigkeit.  Mit unserer langjährigen Erfahrung in Regierungsverantwortung setzen wir uns mutig und mit Weitblick für stetige Verbesserungen hin zu einer Modellstadt für ökologische Nachhaltigkeit ein – mit sozialer Verantwortung und aktiven Maßnahmen gegen die Auswirkungen des Klimawandels.  Wir sind uns bewusst: Unsere Gesellschaft ist und wird immer multikulturell sein. Deshalb arbeiten wir an einem friedlichen Miteinander aller Sprachgruppen und Kulturen, setzen uns für den Abbau von Ungleichheiten ein und kämpfen gegen Diskriminierung und Rassismus.  Wir stehen für eine offene, solidarische und einladende Stadt. Für eine vorausschauende Kulturpolitik, für das Recht auf leistbares Wohnen und für den Schutz von Arbeit.  Wir sind seit jeher ein Referenzpunkt für Umwelt-, Sozial- und Kulturpolitik, für den Schutz des Lebensraums und gegen Bodenverbrauch – mit einer nachhaltigen Mobilität, die Verkehr reduziert, Luftqualität sichert und die Gesundheit der Bevölkerung schützt.  Im Mittelpunkt stehen für uns die Bedürfnisse der Menschen, verstanden als umfassendes Wohlbefinden für alle.  Wir unterstützen eine innovative, nachhaltige und sozial gerechte Kreislaufwirtschaft. Wir treten für mehr Verantwortung, gesellschaftlichen Zusammenhalt, Solidarität und Frieden ein. Wir lehnen Kriege ab und fördern Friedensakteur*innen.  Wir fördern Forschung, Wissenschaft und Kunst, unterstützen Jugendliche sowie Künstler*innen und Musiker*innen. 

Die Grünen stehen seit jeher für Teamarbeit, Transparenz und offene, demokratische Prozesse. Ein Beispiel dafür sind die Beteiligungsverfahren mit Expert*innen, Interessensvertreter*innen und Bürger*innen zur Entwicklung von Plänen und Visionen für das Bozen von morgen. Mehrsprachigkeit ist für uns keine bloße Etikette, sondern eine gelebte Haltung – auch in unserem politischen Team – und soll in allen städtischen Politiken stärker verankert und aufgewertet werden.  Unsere Stärke liegt in unserer Fähigkeit, uns weiterzuentwickeln, in die Zukunft zu blicken und neue gesellschaftliche Bedürfnisse anzuerkennen.  Das zeigt auch unsere vielfältige Kandidatinnenliste mit gleich vielen Frauen und Männern, mit Vertreterinnen der LGBTQ-Community, vielen jungen Menschen, Angehörigen beider Sprachgruppen und weiterer Kulturen, aus Arbeitswelt, Wirtschaft, Genossenschaften, öffentlicher Verwaltung, Jugendkultur, Universität, Schule, Ehrenamt, Zivilgesellschaft, Ökologie, Solidarität und Friedensarbeit. 

Um die Ziele nachhaltiger Entwicklung – in Umwelt, Gesellschaft und Stadtplanung – zu erreichen, auch im Interesse kommender Generationen, müssen wir die Begrenztheit der Ressourcen unseres Planeten anerkennen. Deshalb setzen wir auf Null-Bodenverbrauch, Konsumreduktion, Wiederverwendung, Recycling und Energieeffizienz. Ökologische Nachhaltigkeit und soziale Gerechtigkeit sind für uns untrennbar miteinander verbunden. 

Der Kampf gegen den Klimawandel und für soziale Nachhaltigkeit ist für uns Priorität und zugleich Chance für die Förderung intelligenter und energieeffizienter Wirtschaft (z. B. Energiegemeinschaften), neuer Arbeitsplätze und Einsparungen, die die Energiekosten der Familien senken und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der Bozner Wirtschaft sichern können. 

Angesichts der Migrationsbewegungen, die unsere Grenzstadt durchlaufen oder zum Ziel haben, setzen wir uns für eine menschenwürdige, strukturierte und nicht-notfallmäßige Aufnahme ein – für soziale Sicherheit und Integration. Menschen sollen nicht auf der Straße leben, sondern in würdigen Einrichtungen untergebracht sein. Wir lehnen Sicherheitsideologien, Räumungen und feindliche Architektur ab. 

Wir wollen eine Stadt, die alle Menschen gleich behandelt – trotz ihrer Unterschiede – und Diskriminierungen aufgrund von Herkunft, Religion, Sprache, sozialem Status, Geschlecht, Bildung, körperlichen, psychischen oder seelischen Fähigkeiten oder sexueller Orientierung überwindet. Wir glauben an Prävention und Fürsorge. 

Auch die Arbeitswelt verändert sich in unserer Stadt. Arbeit muss stärker gewürdigt, besser bezahlt und weniger prekär sein – begleitet vom Recht auf Wohnen. Besondere Aufmerksamkeit gilt der Arbeitssicherheit. Prekäre Arbeit und zu niedrige Löhne, kombiniert mit hohen Lebenshaltungskosten, führen zu Armut und neuen sozialen Notlagen. 

Schließlich wollen wir eine Stadt, die von ihren Bürger*innen geliebt wird und sich um sie kümmert – ein Ort mit viel Grün, voller Schönheit und Lebensfreude. Eine Stadt, in der man sich sicher fühlt, wo sich Solidarität, Respekt und Verantwortung verbinden und Wohlbefinden – als die Fähigkeit und der Wunsch, gemeinsam gut zu leben – für alle möglich ist. Die folgenden Programmpunkte fassen unsere Visionen, unser Engagement und unsere konkreten Vorschläge thematisch zusammen.

Umwelt

Klimawandel bekämpfen und abmildern – mit wirksamen Maßnahmen

Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit und muss ganz oben auf der politischen Agenda stehen. Wir sind die erste Generation, die die Auswirkungen des Klimawandels spürt und die letzte, die noch etwas dagegen tun kann. Es braucht ein weltweites Umdenken und einen grundlegenden Wandel in Wirtschaft und Gesellschaft, auch auf lokaler Ebene. Bozen soll ein europäisches Modell für ökologische Nachhaltigkeit werden,  mit Vorreiterschritten in nachhaltiger Mobilität, Gebäudesanierung, Energieversorgung und Bewusstseinsbildung. Wir fordern eine konsequente Umsetzung der Empfehlungen der Bürger*innenversammlung für das Klima, des Klima- und Energieaktionsplans (PAESC) sowie des städtischen Grünplans.

Unsere Vision:

  • Umsetzung des Grünplans durch mehr Stadtgrün und neue Natur- und Grünachsen;
  • Umsetzung des Uferplans von Land und Stadt zur ökologischen Aufwertung und Schaffung von Begegnungsräumen;
  • Förderung einer nachhaltigen, biologischen Landwirtschaft für ein pestizidfreies Bozen und für mehr Gesundheit;
  • Saubere und effiziente Energie durch Förderungen für Gebäudesanierung und erneuerbare Energien;
  • Eine echte Kreislaufwirtschaft durch innovative Strategien für Abfallvermeidung, Wiederverwendung und Recycling;
  • Achtung der Rechte und Pflichten von Haustieren und ihrer Halter*innen, Schutz der Biodiversität und Vogelwelt in der Stadt;

Wir schlagen vor:

Eine grüne und frische Stadt mit…

  • einer 33 km langen Ringpromenade durch Verbindung bestehender Stadtspazierwege;
  • neuen grünen Achsen von Stadt und Flüssen zur Ringpromenade (z. B. Corso Libertà);
  • Flussstränden zur sicheren Begegnung (laut Landes- und Gemeindeverordnung);
  • einem Grünen Ring in der Bozner Talsohle mit Spazierwegen und Stationen lokaler Bio-Produzent*innen;
  • einem Netz aus grünen und wasserführenden Korridoren in der ganzen Stadt, beginnend im Industriegebiet;
  • einer „grünen Insel“ im Industriegebiet – ein öffentlicher Park für die dort Beschäftigten;
  • Begrünung von Dächern und Einsatz von Photovoltaik;
  • Förderungen für biologische Umstellung von Kulturen, mit Begrünung an Obstplantagengrenzen;
  • Entsiegelung öffentlicher und privater Flächen (z. B. Parkplätze), mit Begrünung und ggf. Photovoltaik;
  • schattenspendende Fuß- und Radwege;
  • Nutzung von Schulräumen innen und außen auch außerhalb der Schulzeiten;
  • mutige Maßnahmen zur Luftqualitätsverbesserung laut neuer EU-Richtlinien – durch mehr Grün und weniger Verkehr;
  • Erhalt und Förderung der urbanen Gartenkultur – auch für Jugendliche;
  • Öffnung der begrünten Altdeponie von Schloss Sigmundskron für die Öffentlichkeit – mit ökologischer und biodiversitätsfreundlicher Gestaltung.

Eine Stadt, die auf Effizienz, Sparsamkeit und erneuerbare Energien achtet, steht für…

  • Sensibilisierung der Bevölkerung für Energieeinsparung und Erneuerbare;
  • Teilnahme an europäischen, staatlichen und Landesprojekten zur Gebäudesanierung;
  • Aufbau eines Energiekatasters zur gezielten Erhebung und Sanierung;
  • Steuerermäßigung (IMI) für energetische Sanierung;
  • Förderung von Energiegemeinschaften und kollektiver Eigenversorgung;
  • Verpflichtung für Geschäfte und Lokale, Türen geschlossen zu halten bei laufender Heizung/Klimaanlage.

Eine abfallfreie Stadt…

  • Optimierung der Mülltrennung mit Fokus auf Kreislaufwirtschaft;
  • Einführung von Haustürabholung und Überarbeitung der Straßensammelstellen;
  • Flohmärkte im Wechsel in den Stadtvierteln;
  • Zweites Recyclingzentrum und Tausch-/Wiederverwendungszentrum (Sportgeräte, Bücher, Elektronik, Spielzeug);
  • Förderung von Reparatur- und Wiederverwendungsinitiativen.

Eine Stadt mit Tierschutz…

  • Weiterer Ausbau des Vogelschutz- und -pflegezentrums auf dem Hügel von Sigmundskron;
  • Einführung eines verpflichtenden „Haustierführerscheins“ für neue Tierhalter*innen;
  • Einrichtung einer tierärztlichen Notfallstation;
  • Stärkere Zusammenarbeit mit Tierschutzorganisationen zur Sensibilisierung und gegen Misshandlung;
  • Ausbau der Zusammenarbeit mit dem Tierheim Sill.

Sozialpolitik und Bekämpfung von Ungleichheiten 

Für eine menschliche und solidarische Stadt

Ein würdevolles Leben als Grundrecht für alle

Bozen gilt als eine wohlhabende Stadt mit einem hohen Lebensstandard. Ein Wohlstand, der jedoch nicht für alle zugänglich ist. Die sozialen Ungleichheiten nehmen zu. Die Komplexität der heutigen Welt und Gesellschaft erfordert ebenso komplexe Antworten. Im Sozialbereich fehlen Fachkräfte und innovative Lösungen, um auf bestehende und neue soziale Phänomene angemessen zu reagieren. Daher ist es notwendig, die erforderlichen professionellen Kompetenzen bereitzustellen, auszubilden und aufzuwerten, um neue und partizipative Antworten zu entwickeln, die Prävention stärken, die Gemeinschaft einbeziehen und soziale Maßnahmen und Politiken im Stadtentwicklungsprozess die gebührende Aufmerksamkeit schenken.

Unsere Vision:

  • Unterstützung der Familien und Förderung eines respektvollen Miteinanders der Generationen;
  • Eine offene und inklusive Stadt, die Rechte und Würde aller schützt;
  • Mehr Prävention und Fürsorge, um akuten Handlungsbedarf zu reduzieren;
  • Förderung und Verbesserung des psychosozialen Wohlbefindens;

Wir schlagen vor:

  • Förderung aller Formen von Familie durch Unterstützung der Elternschaft, Aufwertung und Ausbau bestehender sozialer, pädagogischer, psychologischer und wirtschaftlicher Unterstützungsdienste, sowie durch Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf (z. B. flexiblere Öffnungszeiten von Kinderbetreuungsangeboten);
  • Schaffung von Wohnraum für Familien mit dem Ziel, familiäre Bindungen zu erhalten und durch Hausbesuchsprogramme zusätzlich zu unterstützen;
  • Unterstützung von Pflegefamilien durch Fortbildungsangebote und kontinuierliche Supervision unter Einbindung von Pflegezentren, Drittem Sektor und sozialem Unternehmertum;
  • Bedarfserhebung bei Menschen und Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen, chronischen Leiden, Abhängigkeiten und Traumata, um spezifische sozial-gesundheitliche Strukturen zur Prävention und Behandlung zu schaffen;
  • Bildungs- und psychologische Unterstützung für Eltern, Angehörige und Betreuungspersonen von Menschen mit Suchterkrankungen;
  • Schaffung einladender Begegnungsorte für getrennte Eltern mit Wohnungsproblemen, um den Kontakt zu ihren Kindern aufrechtzuerhalten (z. B. familienfreundliche Begegnungsräume mit flexiblen Öffnungszeiten, auch am Wochenende);
  • Durchführung von Projekten für Familien mit Migrationshintergrund, insbesondere für Jugendliche der zweiten Generation, mit gemeinsamer Identitätsentwicklung;
  • Bekämpfung von alter und neuer Armut (z. B. Working Poor) und verdeckter Notlage durch gezielte Maßnahmen wie Mietpreisregulierung und Tarifvergünstigungen (Kita, Freizeitangebote, Nachmittagsbetreuung, Sommerprogramme);
  • Unterstützung von Projekten zur beruflichen Wiedereingliederung von Arbeitslosen (z. B. Analyse nachgefragter Berufsbilder, Aus- und Weiterbildung, Vermittlung an lokale Unternehmen);
  • Einrichtung einer Anlaufstelle im Rathaus für Information und Unterstützung bei der Inklusion von Neuankommenden (Wohnen, Arbeit, Serviceangebote etc.);
  • Umsetzung von Housing-First-Projekten für obdachlose Menschen, um ihnen ein eigenes Zuhause und ein würdiges Leben zu ermöglichen – unter Einbeziehung von Gemeinde, WOBI (IPES) und privaten Anbietern zur Wohnraumvermittlung;
  • Einrichtung einer Koordinierungsstelle zur Umsetzung des Sozialplans, zur Bekämpfung von Ungleichheit und Armut, für Migrationspolitik, Inklusionsprojekte und zur Vernetzung sozialer Akteur*innen in der Stadt zur Optimierung von Ressourcen und Koordination
  • Weiterhin Mittel für den Sozialbereich durch europäische, nationale und Landes-Förderungen akquirieren;
  • Unterstützung des Projekts „Casa Albergo diffuso“ des Dritten Sektors in Zusammenarbeit mit Gemeinde, Land und IPES zur sofortigen Lösung der Wohnungsnot von obdachlosen Erwerbstätigen;
  • Förderung der sozial-gesundheitlichen Zusammenarbeit zwischen öffentlichem Sektor, Sozialwirtschaft und Drittem Sektor;
  • Förderung der beruflichen Aus- und Weiterbildung im Bereich Prävention, interkulturelle Mediation und Konfliktmanagement;
  • Umsetzung der Leitlinien zur Betreuung obdachloser Menschen durch Schaffung geschützter Rückzugsorte für jene, die bestehende Strukturen ablehnen;
  • Stärkung von Gemeinwesenarbeit, Solidaritätsprojekten und Ehrenamtsförderung zur Schaffung eines Sicherheitsgefühls durch aktive Beteiligung aller Akteur*innen (Fachleute und Freiwillige) in den Stadtvierteln im Sinne einer solidarischen und bürgerschaftlichen Mitgestaltung (z. B. solidarische Wohnprojekte, interkulturelle Schulen etc.);
  • Verteidigung der öffentlichen Hand in der Dienstleistungserbringung und Kontrolle der Gebühren für städtische Leistungen (Kinderbetreuung, Seniorenheime, Apotheken, Mensen etc.):
  • Öffentlichkeitsarbeit und Aufbau eines Informationsnetzwerks zu Sozialdiensten für alle Bürger*innen, unter besonderer Berücksichtigung der Stadtviertel als Bezugspunkte (z. B. durch eine App oder interaktive Servicelandkarte);
  • Aufwertung, Unterstützung und Vernetzung des Ehrenamts, z. B. durch Schulungen für Freiwillige und die Einführung eines jährlichen Preises für eine besonders engagierte Freiwilligenorganisation.

Für eine gastfreundliche und inklusive Stadt

Für ein reguläres und nicht notfallorientiertes Management des Migrationsgeschehens

Migration ist ein globales und unumkehrbares Phänomen – eine Realität, die gestaltet werden muss, um die Zukunft gemeinsam zu bewältigen. Viele Menschen sind gezwungen, ihre Häuser und Heimatländer zu verlassen, um vor Krieg, Zerstörung, Verfolgung, Armut und sozialer Ungerechtigkeit zu fliehen. Diese Menschen brauchen unsere Hilfe und Solidarität. Daher sehen wir es als unsere Pflicht, konkrete und menschenwürdige Antworten auf das Migrationsgeschehen zu finden – nicht in Notfalllogik, sondern durch vorausschauende Strukturen.

Allzu oft wird Migration von der Politik benutzt, um tief verwurzelte Ängste in der Bevölkerung zu schüren: die Angst, die eigene „Identität“ zu verlieren oder dass fremde Menschen die Kultur und Traditionen des Landes „verunreinigen“ könnten. Der zunehmende Hass und die Verachtung gegenüber Migrantinnen ist seit Jahren deutlich sichtbar. Für uns Grüne gibt es keine Rassen, sondern nur eine Menschheit. Deshalb sehen wir Migrantinnen nicht als „Andere“, sondern als Menschen, die aufgenommen und integriert werden sollen.

Unsere Vision:

  • Wir lehnen ein Notfallmanagement der Migration ab und fordern ein kompetentes und vorausschauendes Vorgehen;
  • Die Unterbringung und Begleitung von Migrant*innen soll menschenwürdig erfolgen;
  • Die Aufnahmegesellschaft soll aktiv einbezogen und in herausfordernden Situationen unterstützt werden – für mehr Sicherheit und Offenheit.

Unsere Vorschläge:

  • Gemeinde und Land sollen gemeinsam mit dem Staat einen strukturierten Plan für den Umgang mit Asylsuchenden entwickeln – kein Notfallplan, sondern ein reguläres System;
  • Erstellung eines regulären Plans für obdachlose Menschen, um künftig „Kälte-Notfälle“ zu vermeiden und bestehende gute Praxis zu festigen;
  • Frühzeitige und langfristige Planung der Winterzentren, um obdachlose Arbeitskräfte ganzjährig unterzubringen – niemand soll auf der Straße leben;
  • Die Stadt Bozen soll dem staatlichen Aufnahme- und Integrationssystem SAI beitreten, mit Priorität für Familien und schutzbedürftige Personen;
  • Klare Ablehnung von Rückführungszentren (CPR);
  • Abschaffung der Praxis, Familien in separaten Einrichtungen unterzubringen – schnellere Integration auch für „außer Kontingent“-Familien;
  • Weiterer Druck auf Land und Staat für eine gerechte Verteilung der Asylsuchenden im ganzen Land;
  • Schließung großer Notfallunterkünfte in der Stadt und stattdessen kleinere Integrationszentren (max. 50 Personen);
  • Aufbau eines Zentrums zur Traumabehandlung für Migrant*innen mit interdisziplinärem Team und Fokus auf kultursensible Psychiatrie;
  • Ermöglichung der Eintragung ins Einwohnermelderegister für Obdachlose und Asylsuchende (wie von der Verfassung vorgesehen);
  • Schaffung von Räumen für Sprachkurse, Bewerbungstrainings, staatsbürgerliche Bildung, digitale Grundkenntnisse und Kunsttherapie – Orte, wo alle ihre Fähigkeiten einbringen und weitergeben können;
  • Unterstützung der Sprachschule Scioglilingua bei der Suche nach neuen Räumen;
  • Aufbau kleiner Tagesaufenthaltsräume für obdachlose Menschen, die auf der Straße leben müssen.

Menschen mit Behinderungen

Menschen mit besonderen Bedürfnissen sind nicht behindert – sie werden behindert.

Vielfalt, Unterschiedlichkeit und die vielen Formen menschlichen Seins sind für uns Grüne zentrale Werte. Jeder Mensch ist einzigartig und anders. Jeder Mensch ist wertvoll. Auch Menschen mit Behinderungen entwickeln Fähigkeiten – wenn man ihnen die passenden Bedingungen bietet. Wir alle können voneinander lernen. Nicht Mitleid prägt unsere Haltung gegenüber anderen Menschen, sondern Achtsamkeit und Respekt. Wir setzen uns für Begegnungen auf Augenhöhe ein. Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen aller gerecht werden.

Unsere Vision:

  • Eine Stadt ohne architektonische Barrieren, in der sich alle frei im öffentlichen Raum bewegen können;
  • Mehr Investitionen in die Begleitung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen – mit dem Ziel, ihnen größtmögliche Autonomie zu ermöglichen;
  • Beratung und Unterstützung für Eltern und werdende Eltern von Kindern mit besonderen Bedürfnissen – mit Projekten zur Verbesserung ihrer Lebensbedingungen und Förderung der Inklusion.

Unsere Vorschläge:

  • Neue Formen der Assistenz wie betreutes Wohnen gezielt fördern;
  • Den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern – auch in Zusammenarbeit mit Schulen;
  • Mehr Werkstätten schaffen, in denen Menschen einen Beruf erlernen und eigenes Einkommen erzielen können (z. B. Tischlerwerkstatt im psychiatrischen Reha-Zentrum in der Fagostraße);
  • Ausweitung der betreuten Wohnangebote mit pädagogischer Begleitung, um mehr Selbstständigkeit zu ermöglichen;
  • Kommunikation in einfacher Sprache fördern sowie Informationen barrierefrei bereitstellen – auch in Gebärdensprache;
  • Begleitung und Beratung für Menschen mit Behinderungen, auch für Paare und speziell für junge Frauen;
  • Spezialisierte Fortbildungen für pädagogisches Fachpersonal sowie verpflichtende Weiterbildung für Mitarbeitende in einschlägigen Organisationen;
  • Besseren Schutz für Kinder mit Behinderungen bei getrennt lebenden Eltern;
  • Die Rolle des Beirats und der/des Behindertenbeauftragten stärken und weiterentwickeln – mit klar definierten Zuständigkeiten und ausreichenden Ressourcen;
  • Unterstützungs-, Begleit- und Entlastungsprojekte für Familien mit behinderten Angehörigen weiterentwickeln;
  • Umsetzung des Gesetzes „Nach uns die Zukunft“ durch individuelle Lebensprojekte fördern – für mehr Lebensqualität, Inklusion und Selbstständigkeit sowie als konkrete Antwort auf die Zukunftssorgen betroffener Eltern.

Gesundheit

Ein gesundes und selbstbestimmtes Leben für alle

Wir brauchen gezielte Maßnahmen zur Prävention, Beratung, Begleitung sowie eine kompetente medizinische und sozialgesundheitliche Betreuung mit einem ganzheitlichen Blick auf die Person. Die Voraussetzungen für ein gesundes und selbstbestimmtes Leben betreffen alle Lebensbereiche – und somit auch die Politik. Gesundheitsförderung und Prävention müssen fester Bestandteil von Wirtschafts-, Mobilitäts-, Arbeits-, Bildungs- und Sozialpolitik sein – ebenso wie bei Freizeitgestaltung und Naturkontakt.

Unsere Vision:

  • Den Menschen in den Mittelpunkt des Gesundheitssystems stellen – durch Stärkung von Eigenverantwortung und Beteiligung;
  • Besonderes Augenmerk auf die immer häufiger auftretenden chronischen und psychischen Erkrankungen;
  • Förderung eines ganzheitlichen Ansatzes in der Allgemeinmedizin und in der Prävention.

Unsere Vorschläge:

  • Durchführung von Präventions- und Sensibilisierungskampagnen in den Bereichen Gesundheitserziehung, Mobilität (z. B. Luftverschmutzung, Bewegung), Freizeit – auch durch kostenlose öffentliche Bewegungsräume;
  • Aktive Rolle der Gemeinde bei Studien über Zusammenhänge zwischen Luft-, Lärm-, Lichtverschmutzung, Pestiziden und Krankheiten im Gemeindegebiet;
  • Einrichtung möglichst strahlenfreier Zonen, insbesondere für Kinderaktivitäten;
  • Ausbau der öffentlichen Toiletten im Stadtgebiet;
  • Einrichtung von Koordinationstischen zwischen Gesundheit, Soziales, Wohnen, Bildung, Wirtschaft und Kultur;
  • Ausbildung von Fachpersonal zur Bekämpfung der Vereinsamung älterer und vulnerabler Menschen („Nach uns die Zukunft“);
  • Aufbau eines Zentrums für geschlechtersensible Medizin;
  • Erhöhung der Anzahl von Streetworker*innen zur Suchtprävention (Alkohol, Glücksspiel, Drogen usw.);
  • Einrichtung eines Gesundheitssurveillance-Systems zur Überwachung von Luft-, Wasser- und Bodenqualität mit regelmäßigen öffentlichen Berichten;
  • Einführung von Pflichtmodulen zur Prävention chronischer Krankheiten in den Schulprogrammen – in Zusammenarbeit mit Fachpersonal;
  • Regulierung von Werbung für gesundheitsschädliche Produkte (z. B. Junkfood, Alkohol) in Schulnähe und lokalen Medien;
  • Sicherstellen, dass bis 2026 mindestens 80 % der Mahlzeiten in Schulkantinen biologisch und regional (km 0) sind;
  • Kostenlose Sport- und Bewegungsangebote in öffentlichen Parks für alle Altersgruppen, mit besonderem Fokus auf Kinder und Senior*innen;
  • Einführung eines kostenlosen Abos für Jugendliche bis 18 Jahre in öffentlichen Sporteinrichtungen zur Förderung eines aktiven Lebensstils;
  • Förderung bürgernaher Gesundheitsdienste – insbesondere für ältere, chronisch kranke und vulnerable Menschen – durch den Ausbau von „Community-Gesundheitshäusern“, die rund um die Uhr geöffnet sind;
  • Stärkung der dezentralen Gesundheitsversorgung und der häuslichen Pflege – auch zur Reduzierung von Wartelisten und Entlastung der Krankenhäuser;
  • Unterstützung für pflegende Angehörige von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen, kognitiven Beeinträchtigungen und Suchterkrankungen;
  • Förderung der Präsenz von Basispsycholog*innen in den Gesundheitsbezirken und Stadtteilen.

Wohnen zu leistbaren Preisen

Wir unterstützen eine öffentliche Wohnungspolitik – fair, wirksam und durchdacht

Die hohen Mietpreise auf dem privaten Wohnungsmarkt gehören zu den Hauptursachen für die zunehmende Verarmung vieler Familien. Bozen zählt zu den Städten mit den höchsten Mieten und Quadratmeterpreisen in ganz Italien. Nicht nur die Mieten sind exorbitant – auch die Kaufpreise liegen deutlich über dem europäischen Durchschnitt. Trotz vieler leerstehender Wohnungen ist es für die meisten schlichtweg unmöglich, eine leistbare Wohnung in der Stadt zu finden. Gleichzeitig stehen in Bozen etwa 4.000 Wohnungen leer, während Menschen verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum suchen.

Dem wollen wir mit konkreten Maßnahmen begegnen: durch die Einrichtung einer Task Force / Steuerungsgruppe, die sich diesem drängenden Bedürfnis widmet, und durch massive öffentliche Investitionen in den sozialen Wohnbau – auf bereits verbautem Boden.

Unsere Vision:

  • Eine nachhaltige Wohn- und Stadtentwicklungspolitik;
  • Mehr sozialer Wohnbau und intelligente Nutzung bestehender Flächen – ohne neuen Bodenverbrauch und ohne Ausweitung in landwirtschaftliches Grün;
  • Konsequente Anwendung des neuen Landesraumordnungsgesetzes, das es erlaubt, 60 % der gemischt genutzten Flächen zum halben Marktwert zu erwerben und dem sozialen oder geförderten Wohnbau zu widmen.

Unsere Vorschläge:

  • Einrichtung einer kommunalen Steuerungsgruppe gemeinsam mit dem Land, dem Wohnbauinstitut IPES, privaten Stakeholdern und Wohnexpert*innen mit regelmäßigen Treffen und koordinierter Co-Planung;
  • Starke öffentliche Investitionen für Bozen im Landeshaushalt einfordern;
  • Erhebung aller leerstehenden oder ungenutzten Flächen, leerstehenden Wohnungen im Besitz der Gemeinde, von IPES oder neu errichteten Gebäuden, inklusive Kostenschätzung und Zeitrahmen für deren rasche Nutzbarmachung (1.600 Wohnungen kurzfristig verfügbar;)
  • Beschleunigung des Projekts im Bahnhofsareal (1.600 Wohnungen), mit Fokus auf geförderten Wohnbau durch Zuweisung eines Teils ans WOBI (500) und den Rest an subventionierten Wohnungsbau (60%);
  • Umnutzung der ehemaligen Otto-Huber-Kaserne zu einem Vorzeigeviertel für sozialen und nachhaltigen Wohnbau;
  • Neue und innovative Wohnprojekte wie gemeinschaftliches Wohnen (z. B. für junge Menschen, Mehrgenerationenhäuser, Co-Housing);
  • Mietvermittlungsagentur als Bürge sowohl für Mieter als auch für Vermieter;
  • Erhöhung der Steuern auf Airbnb, ohne deren Anzahl zu erhöhen;
  • Den Verkauf an Gemeindewohnungen stoppen.

Mobilität

Für das Recht auf nachhaltige, sichere und effiziente Mobilität

Bozen kämpft weiterhin mit dem Durchgangsverkehr, dem Pendelverkehr und dem Tourismusverkehr und setzt sich für die Reduzierung von Schadstoffemissionen und Lärmbelastung ein.

Unsere Vision:

  • Durchgangs- und Umleitungsverkehr vermeiden, den privaten Stadtverkehr begrenzen und gleichzeitig den Fuß- und Radverkehr sowie den öffentlichen Nahverkehr ausbauen – in Umsetzung der Leitlinien des Mobilitätsplans (PUMS) und des städtischen Verkehrsplans (PGTU);
  • Bozen zur „Fahrradstadt“ machen;
  • Nachhaltige, elektrische und emissionsfreie Mobilität fördern.

Unsere Vorschläge:

  • Gleichberechtigte Nutzung aller Verkehrsmittel („Modal-Mix“) wie in Städten wie Paris und Bologna;
  • Keine Umwege mehr für Radfahrende: Statt isolierter Radwege sollen Fahrräder gleichberechtigt in den Straßenraum integriert werden;
  • Einführung von Tempo 30 auf allen innerstädtischen Straßen nach dem Erfolgsmodell Bologna;
  • Priorität für Alltagsradler*innen: Ziel ist es, den Radverkehrsanteil („modal share“) von derzeit 28 % auf 40 % zu steigern;
  • Weitere Absicherung und Verbesserung der Radwege: „Bozen, Stadt des Fahrrads“ (bike friendly) – Senkung der Unfallzahlen;
  • Gegenverkehr für Fahrräder in ausgewählten Einbahnstraßen erlauben, wie bereits in Mailand oder Rovereto umgesetzt;
  • Öffentliche Verkehrsmittel und Parkplätze am Stadtrand ausbauen, im gesamten Stadtgebiet Fußgängerinnen, Radfahrerinnen und den öffentlichen Verkehr bevorzugen (PGTU);
  • Einrichtung dezentraler „Bike-Stations“, um den Radverkehr in den Stadtteilen zu fördern;
  • Beibehaltung des „Urban Pass“, also der kostenfreien Nutzung der A22 im Stadtbereich zur Entlastung überlasteter Verkehrsachsen wie die Eisackuferstraße;
  • Förderung betrieblicher Mobilitätsmanager*innen in großen öffentlichen und privaten Unternehmen;
  • Verkehrsreduktion durch Park-and-Ride-Parkplätze und einen bürgernahen öffentlichen Nahverkehr;
  • Förderung von Carpooling und Carsharing;
  • Weitere Anreize für die Nutzung von Elektro- und emissionsfreien Fahrzeugen – Ausbau der Ladeinfrastruktur und Planung für den Ausstieg aus Verbrennungsmotoren;
  • Verkehrsüberwachung an den Zufahrten zur Stadt mit Kennzeichenerfassung und Einführung von Zufahrtsgebühren für den Privatverkehr – Ziel: autofreie Stadt;
  • Ausbau des öffentlichen Verkehrs und der gemeindeübergreifenden Verbindungen;
  • Einrichtung von Fußgängerzonen und Wohnstraßen („Wohnstraßen“) in allen Stadtvierteln;
  • Beibehaltung der autofreien Tage („Città Slow“) – Erhöhung auf vier pro Jahr;
  • Plätze und Straßen als Begegnungsräume nutzen und von Autos befreien – für die Menschen;
  • Neue Zoneneinteilung und Abschaffung der Parkplaketten für Anwohner*innen, die über eine Garage oder einen Stellplatz verfügen (PGTU);
  • Schüler*innen gezielt zum Radfahren motivieren – Schulen mit Fahrrädern und überdachten Fahrradabstellplätzen ausstatten;
  • Keine Planung neuer Straßen (z. B. parallel zur Reschenstraße), die zusätzlichen motorisierten Verkehr erzeugen würden;
  • Bei der derzeitigen Planung und Umsetzung von Straßen in der Industriezone Bozen Süd: Schutz und Erhalt von Grünflächen;
  • Reduzierung des motorisierten Verkehrs, auch um die neuen EU-Grenzwerte für Luftqualität (insbesondere NO2) in den kommenden Jahren einzuhalten.

Institutionen und Beteilung 

Bozen – eine offene Stadt

Bozen ist eine mehrsprachige und multikulturelle Stadt, in der Begegnung und Austausch zwischen verschiedenen Kulturen als Mehrwert gesehen werden müssen. Heute mehr denn je haben wir die Aufgabe, unser Zusammenleben zu stärken. In Bezug auf demokratische Prozesse hat Bozen noch Verbesserungspotenzial. Eine Gesellschaft ist nur dann wirklich demokratisch, wenn alle aktiv an ihrer Gestaltung teilhaben.

Unsere Vision:

  • Pluralismus und die Anwendung der Regeln für direkte Demokratie und Beteiligung sicherstellen;
  • Eine Autonomie, an der alle teilhaben. Alle Menschen, auch neu Zugezogene und Anderssprachige, sollen sich zu Hause fühlen;
  • Eine dynamische, transparente und zeitgemäße Demokratie.

Unsere Vorschläge:

  • Die Bürgerinnen aktiv in die Entscheidungsprozesse der Gemeinde einbinden (z. B. partizipative Stadtplanung, Bürgerinnenkomitees und -versammlungen, Referenden, partizipativer Haushalt), um Bozen zu einem Vorbild für direkte Demokratie und Bürger*innenbeteiligung zu machen;
  • Das erfolgreiche Modell der Klima-Bürger*innenversammlung von 2024 auch in anderen Bereichen anwenden und den regelmäßigen Kontakt zwischen Verwaltung und Bevölkerung mit Veranstaltungen und Website-Updates pflegen;
  • Transparente und verständliche Information für alle Bürgerinnen in einfacher Sprache, um aktive Bürgerinnenschaft zu fördern und weiterzuentwickeln;
  • Die Präsenz der Gemeinde Bozen im italienischen Gemeindeverband ANCI stärken und den Austausch bewährter Praktiken mit anderen Städten auch außerhalb der Provinz fördern (z. B. Fortführung von Programmen wie „ComuneClima“, „Green City Accord“ usw.);
  • Das Verhältnis zwischen Gemeinde und Provinz neu ausrichten – im Sinne der Subsidiarität, mit mehr Gewicht für die Landeshauptstadt im Gemeindenverband und in den Entscheidungen der Landesregierung;
  • Die Stadtviertelräte stärken, ihnen mehr Kompetenzen sowie finanzielle Mittel und Personal für kulturelle, partizipative und bürgernahe Projekte zur Verfügung stellen. Politische Informations- und Beteiligungslabore für aktive Bürger*innen in den Vierteln fördern;
  • Die städtischen Beiräte (für Jugend, Senioren, Menschen mit Behinderung, Migrant*innen usw.) aufwerten und stärken – mit klaren Entscheidungskompetenzen und gesicherter Finanzierung;
  • Diversitätsmanagement und Gender-Budgeting in die Gemeindepolitik integrieren, um deren Auswirkungen auf das Leben aller Bürger*innen besser zu bewerten;
  • Initiativen zur Konfliktprävention und -bearbeitung im urbanen Raum vorschlagen, in Zusammenarbeit mit dem Jugendgericht, ANACI, Genossenschaften und spezialisierten Vereinen;
  • Junge Menschen gezielt einbeziehen, z. B. durch Absenkung des Mitbestimmungsalters auf 16 Jahre bei Bürger*innenbefragungen;
  • Kontakte, Netzwerke, Städtepartnerschaften und Austausch mit Städten in der Euregio, in Europa und im Globalen Süden intensivieren – auch im Rahmen des UNESCO-Netzwerks der kreativen Städte;
  • Die Gemeindepolitik an den Zielen der Agenda 2030 der Vereinten Nationen ausrichten;
  • Die Rolle der oder des „Nachhaltigkeitsbeauftragten“ innerhalb und außerhalb der Verwaltung stärken;
  • Internationale Zusammenarbeit und Solidarität ausbauen, mehr Mittel für Partnerschaften mit dem Globalen Süden und für Projekte zur Friedensbildung und globalen Bildung in Bozen bereitstellen;
  • Sich internationalen Kampagnen gegen Armut anschließen;
  • Das Friedenszentrum der Stadt Bozen erhalten und stärken sowie mit Friedens-, Antikriegs- und Menschenrechtsvereinen vernetzen.

Gleichstellung 

Frauenpolitik ist Gesellschaftspolitik

An der Gewährleistung von Chancengleichheit misst sich die Weitsicht einer fortschrittlichen und aufgeklärten Gesellschaft, die die Einzigartigkeit und Vielfalt jedes Menschen anerkennt und schätzt. Eine der edelsten Aufgaben ist es, alle Menschen als vollwertige Mitglieder der Gesellschaft zu fördern und zu unterstützen – auf ihrem Weg zu einem selbstbestimmten Leben und in der Ausübung ihrer Rechte.

Die vorgegebenen Rollenzuschreibungen aufgrund des Geschlechts führen zu Armut und Ausgrenzung, zu Sexismus und letztlich zu Gewalt – und schaden damit uns allen.

Die grünen Frauen Bozens engagieren sich in der Politik und in der Zivilgesellschaft – und bekennen sich zu Europa.

Unsere Vision:

  • Selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe aller Geschlechter an Politik und Gesellschaft;
  • Eine Kultur des Respekts und der Achtsamkeit;
  • Programme, Bedingungen und Strukturen, die Diskriminierung, Sexismus und geschlechtsspezifische Gewalt konsequent bekämpfen.

Unsere Vorschläge:

  • Kampf gegen Mobbing und Diskriminierung am Arbeitsplatz;
  • Weiterführung und Ausbau von Bildungsangeboten zu Gender Studies und Empowerment von Frauen, auch durch Anlaufstellen in den Stadtvierteln;
  • Unterstützung von Alleinerziehenden;
  • Ausbau von Schutzräumen für Frauen sowie der Familienberatungsstellen, die allen offenstehen – unabhängig von Herkunft, Alter, Kultur, Religion oder sexueller Orientierung. Unterstützung einer geschlechtersensiblen Medizin;
  • Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch eine gerechtere Aufteilung der Sorgearbeit zwischen Männern und Frauen;
  • Stärkung der finanziellen Bildung und Unabhängigkeit von Frauen;
  • Sensibilisierungsmaßnahmen und Kulturprojekte gegen geschlechtsspezifische Diskriminierung. Erneuerung der Mitgliedschaft im Netzwerk RE.A.DY gegen Diskriminierung aufgrund von sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität sowie Stärkung des Netzwerks gegen geschlechtsspezifische Gewalt;
  • Weitere Stärkung des gut funktionierenden städtischen Netzwerks gegen Gewalt an Frauen mit innovativen Projekten;
  • Ausbau und Bewerbung des städtischen Netzes „sicherer Orte“ für Frauen in Notlagen (z. B. in Geschäften, Apotheken, Bars …);
  • Umsetzung geschlechtergerechter Sprache in der Verwaltungskommunikation;
  • Einführung eines Gender Budgets im Gemeindehaushalt;
  • Sicherstellung der geschlechterparitätischen Vertretung bei Veranstaltungen, Theateraufführungen und Konferenzen der Stadt Bozen sowie Fortsetzung der Überwachung und Umsetzung der Vereinbarung „No Women No Panel“, unterzeichnet von RAI, Stadt und Land Bozen.

Sexuelle und geschlechtliche Vielfalt – LGBTIQA+

Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität sind niemals rein private Angelegenheiten.

In einer offenen und solidarischen Gesellschaft wird Vielfalt wertgeschätzt und Selbstbestimmung auch in Bezug auf Sexualität und Geschlecht gefördert. Denn Sexualität und Geschlecht sind grundlegende Aspekte menschlicher Existenz, die die gesamte Gesellschaft prägen und nicht auf das Private beschränkt bleiben dürfen. Deshalb ist es essenziell, starre Geschlechterrollen, normative Kategorisierungen und auferlegte Hierarchien zu hinterfragen.

Gesetzliche und kulturelle Fortschritte sind ein kollektiver Erfolg und ein Gewinn für alle – hin zu einer gerechteren und inklusiveren Gesellschaft.

Unsere Vision:

  • Sprechen: Die Politik muss Fragen rund um Sexualität und Geschlecht offen ansprechen und insbesondere dort, wo Tabus und Diskriminierung fortbestehen, die öffentliche Debatte fördern.
  • Sensibilisieren: Kulturelle und bildungspolitische Veranstaltungen und Aktivitäten, die das Bewusstsein für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt stärken, müssen unterstützt werden.
  • Handeln: Die Gemeinde Bozen beteiligt sich aktiv am RE.A.DY-Netzwerk und setzt konkrete Maßnahmen vor Ort um, um Bedürfnisse sichtbar zu machen, Rechte zu gewährleisten und Chancengleichheit für alle Menschen unabhängig von ihrer sexuellen Orientierung und Geschlechtsidentität zu schaffen.

Unsere Vorschläge:

  • Informations- und Sensibilisierungsmaßnahmen in Schulen, Berufsschulen und der breiten Öffentlichkeit zur Prävention von Homo- und Transphobie, Mobbing und Ausgrenzung;
  • Fortbildungen für pädagogisches, soziales, medizinisches, juristisches Personal sowie für Ordnungskräfte zum Thema sexuelle und geschlechtliche Vielfalt;
  • Unterstützung des Pride-Months: Die Gemeinde übernimmt das Patronat und beteiligt sich aktiv an der Organisation des Bozner Prides;
  • Gesundheit für LGBTIQA+: besondere Aufmerksamkeit für sexuelle und geschlechtliche Minderheiten in der Gesundheitsförderung und Prävention, mit speziellem Fokus auf die Rechte und Bedürfnisse von trans* und inter* Personen;
  • Zusammenarbeit mit dem städtischen und provinzialen Netzwerk von Einrichtungen und Organisationen zur Unterstützung und zum Schutz der LGBTIQA+-Community;
  • Unterstützung beim Coming-out: Ausbau der Beratungsstelle YOU beim Zentrum WE mit spezifischen Angeboten für Jugendliche sowie Unterstützungsmaßnahmen für Eltern, Angehörige und Freund*innen.

Kultur und Bildung 

Bildung

Freudvoll und demokratisch lernen – ein Leben lang

Bildung ist für uns eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die interdisziplinär gedacht werden muss: Lernen beginnt mit dem ersten Lebenstag und endet nie. In Bozen und der Provinz gibt es viele innovative Bildungsansätze, insbesondere in den Kindergärten, an der Universität mit ihrem trilingualen Modell sowie in der Berufsbildung.

Andererseits zeigt sich gerade in den Schulen eine Überforderung: überfüllte Klassen, prekäre Arbeitsverhältnisse, Migration, Leistungsdruck – dies sind nur einige der Herausforderungen, mit denen sich das Schulsystem in Bozen konfrontiert sieht.

Unsere Ziele:

  • Förderung mehrsprachiger Schulen mit zweisprachigen Klassen auf allen Schulstufen;
  • Förderung der Koexistenz italienischer und deutscher Schulen im selben Schulgebäude (z. B. in der Langer-Schule in der Bari-Straße);
  • Mehr Demokratie: Schule und Bildungseinrichtungen sollen aktiv mitgestalten, mitentscheiden und Verantwortung übernehmen können – inklusive Strukturen sind notwendig.

Unsere Vorschläge:

  • Aufbau eines bilingualen/trilingualen Bildungssystems: Förderung zweisprachiger bzw. mehrsprachiger Kindergärten, Grund-, Mittel- und Oberschulen nach dem Modell der bereits dreisprachigen Universität Bozen;
  • Vernetzung außerschulischer Bildungseinrichtungen und bessere Koordination untereinander;
  • Senkung der maximalen Klassen- und Gruppengröße zur Ermöglichung innovativer Unterrichtsmethoden, Projektarbeit, Gruppenarbeit und interdisziplinärem Lernen;
  • Fortführung und Stärkung des langjährigen Programms zur Umweltbildung durch die Stadt Bozen sowie des Austauschs zwischen Stadtverwaltung und Schüler*innen;
  • Förderung von Lehrerfortbildungen im Bereich digitale Didaktik und Fernunterricht;
  • Stärkung auch der außerschulischen Weiterbildung: Bibliotheken, Erwachsenenbildung, Musikschulen für alle Sprachgruppen – mit besonderem Augenmerk auf Zielgruppen wie Seniorinnen, Migrantinnen und Männer, die bisher wenig Zugang zur Bildung haben.

Kultur, Musik, Frieden

Die Kultur als Herz einer lebendigen und inklusiven Gesellschaft

Wir Grüne sind überzeugt, dass Kultur ein zentrales Element einer menschlichen Gesellschaft ist. Kulturpolitik ist nicht nur ein wirtschaftlicher, sondern vor allem ein sozialer und demokratischer Auftrag. Sie fördert das Zusammenleben, stärkt die Gemeinschaft und ist Motor einer nachhaltigen Entwicklung.

Unsere Vision:

  • Jeder soll das Recht haben, sich kulturell auszudrücken und das kulturelle Angebot mitzugestalten – auch neue Bürgerinnen sollen dabei aktiv einbezogen werden;
  • Neben der kontinuierlichen Unterstützung etablierter Kultureinrichtungen wollen wir das Potential von Vereinen stärken, insbesondere im Bereich der interkulturellen Arbeit und Professionalisierung;
  • Kultur soll dezentral gedacht werden: Veranstaltungen und Projekte sollen verstärkt in die Stadtviertel getragen, neue Räume zugänglich gemacht und zielgerichtete Maßnahmen für mehr kulturelle Teilhabe entwickelt werden;

Unsere Vorschläge:

  • Aufwertung der Rolle lokaler Vereine mit mittelfristiger Planung (z. B. durch dreijährige Programme), Förderung aktiver Beteiligung und Vernetzung mit anderen Vereinen und öffentlichen Institutionen;
  • Zusammenarbeit auch mit privaten Akteur*innen zur kulturellen Nutzung nicht-traditioneller Orte, um ein breiteres Publikum zu erreichen;
  • Umsetzung des UNESCO-Titels Bozen – Kreative Musikstadt: Fortführung der im Bewerbungsprozess begonnenen Projekte, Förderung eines Kreativfestivals, innovative Projekte in Kooperation mit anderen Städten des Netzwerks, Erleichterung der Genehmigungen und Abendveranstaltungen für Vereine;
  • Suche nach neuen Räumen für alternative Jugendmusik und Schaffung eines Kreativhubs (z. B. im bereits identifizierten Außenbereich des Bahnhofsareals, betreut durch einen Jugendkulturverein in Zusammenarbeit mit der Gemeinde);
  • Bozen – Stadt des Friedens und Zusammenlebens: Unterstützung des Zentrums für Frieden und globales Lernen, Förderung internationaler Solidarität, Friedensarbeit und interkultureller Veranstaltungen, insbesondere mit Jugendlichen und Schulen sowie in Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Organisationen;
  • Unterstützung von Vereinen, die in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit im globalen Süden aktiv sind;
  • Basierend auf der Initiative Cammini: Etablierung eines jährlichen interkulturellen Festes für neue Bürger*innen Bozens;
  • Bozen – Stadt der Erinnerung: Weiterentwicklung des Stadtarchivs als öffentlichen Dienst, Digitalisierung und Online-Zugänglichmachung historischer Dokumente, Entwicklung innovativer Erinnerungsprojekte und neuer kultureller Erzählformate;
  • Weiterführung der geplanten Sanierung und Wiedereröffnung des Stadtmuseums auf allen neun Ebenen in Etappen; gleichzeitig Aufwertung des Netzwerks der städtischen Museen zur aktiven Vermittlung der Stadtgeschichte;
  • Unterstützung des neuen Kultur- und Bibliothekszentrums in Zusammenarbeit mit der Landesverwaltung;
  • Ausbau des Netzwerks der Stadtteilbibliotheken: Mit der Schließung der Bibliothek Gries soll eine neue kombinierte Bibliothek/Quartierzentrum entstehen (z. B. im Park von Europa/Neustift als Fusion mit der Bibliothek Europa/Neustift);
  • Sanierung des alten Stadels des Pfarrhofs mit Theaterraum und Nutzung für Kulturvereine;
  • Nachbarschafts-Portierhäuser: In Zusammenarbeit mit sozialen Vereinen sollen an den Stadtteilzentren oder Bibliotheken neue Begegnungsorte geschaffen werden – für Beratung, soziale Kontakte, zum Zuhören und zur Förderung einer lebendigen Gemeinschaft;
  • Einführung von Bildungs- und Vermittlungsfiguren in Museen und Bibliotheken in Form von Pilotprojekten (Kulturarbeiterin plus Sozialarbeiterin): So sollen kulturelle Angebote auch zur sozialen Teilnahme und Gemeinschaftsbildung beitragen;
  • Einrichtung eines Koordinierungs- und Informationsinstruments für stadtweite Kulturveranstaltungen: Ausbau des Veranstaltungskalenders, damit Organisator*innen ihre Termine besser abstimmen können;
  • Schaffung von interkulturellen, interreligiösen und intergenerationellen Begegnungsräumen, um ein „Zusammenleben“ im Alltag zu fördern (z. B. Haus der Kulturen).

Jugendkultur

Raum für junge Menschen

In vielen Bereichen der Gesellschaft haben junge Menschen bereits soziale Barrieren überwunden. Spontane und innovative Initiativen junger Menschen dürfen nicht durch Verbote oder überbordende Bürokratie behindert werden – sie sollen vielmehr gefördert werden. Wir wollen eine lebendige Stadt, in der junge Menschen ihre Potenziale frei entfalten können.

Unsere Vision:

  • Eine Stadt, die offen ist für die Bedürfnisse junger Menschen und neue Räume für sie schafft;
  • Unterstützung für kulturelle Abend- und Nachtveranstaltungen in allen Stadtvierteln;
  • Weniger Bürokratie für die Organisation von Jugendprojekten und Events.

Unsere Vorschläge:

  • Umsetzung des Projekts für temporäre kulturelle und jugendliche Zwischennutzungen (A Place to B(z)), gemeinsam mit dem Kultur- und Umweltressort der Gemeinde auf dem Areal des ehemaligen Bahngeländes im Bozner Boden;
  • Schaffung neuer Räume und Flächen für Jugendliche und andere Gruppen (z. B. eine Halle wie das ehemalige Kubo) mit der Möglichkeit, Musik frei zu machen – auch abends und nachts;
  • Begegnungsorte für Jugendliche entlang der Flüsse, mit Lokalen und Flächen für Musik und Austausch (z. B. beim Zusammenfluss von Talfer und Eisack hinter dem Drususstadion);
  • Ausbau des öffentlichen Abendverkehrs zur besseren Erreichbarkeit von kulturellen und sozialen Treffpunkten;
  • Unterstützung des Projekts im Kapuzinerpark als Begegnungsort auch für Jugendliche;
  • Bau einer Jugendstruktur (auch als temporärer Bau möglich) in der Nähe des Bahnhofs von Kaiserau;
  • Förderung interkultureller Projekte im schulischen und außerschulischen Jugendbereich;
  • Schaffung von Jugendtreffs und Initiativen in allen Stadtvierteln;
  • Umsetzung der im Jahr 2025 verabschiedeten Gemeindeverordnung für Straßenkünstler*innen mit Hilfe einer App sowie Unterstützung entsprechender Veranstaltungen;
  • Mehr Flexibilität bei Öffnungszeiten von Lokalen und bei Genehmigungen für Musikveranstaltungen;
  • Förderung einer nachhaltigen Festkultur: Ausbildung und Unterstützung für Veranstalter*innen, um umweltfreundliche und nachhaltige Events umzusetzen;
  • Aufbau eines interkulturellen Jugendzentrums für alle Sprachgruppen und Kulturen mit Proberäumen, Aufnahmestudio, Theatersaal und/oder Audio-Video-/Multimediainfrastruktur für Konzerte, Aufführungen, Kurse und Workshops.

Zusammenleben und Inklusion

Miteinander leben – nicht nebeneinander

Kultur und Bildung folgen in Bozen nach wie vor getrennten Wegen. Trotz der mehrsprachigen Realität sind Schulen, Kultur- und Sportvereine oft noch entlang sprachlicher Grenzen getrennt – die Gruppen leben nebeneinander statt miteinander.

Wir stehen für:

  • Mehrsprachige Schulen als zusätzliches Bildungsangebot, frei wählbar für alle;
  • Gemeinsame Planung von kulturellen und sportlichen Veranstaltungen sowie gemeinsame Nutzung der entsprechenden Infrastrukturen;
  • Miteinander verbinden statt trennen.

Unsere Vorschläge:

  • Einrichtung mehrsprachiger Schulklassen dort, wo es mindestens 14–15 Anmeldungen gibt;
  • Förderung mehrsprachiger Klassen an der neuen Schule in der Bari-Straße;
  • Aus- und Weiterbildung von Lehrpersonen mit interkulturellem und inklusivem Ansatz;
  • Gemeinsame Nutzung aller kulturellen, Freizeit- und Sporteinrichtungen durch alle Sprachgruppen und gemeinsame Verwaltung;
  • Förderung von sportlichen, künstlerischen, freizeitbezogenen Angeboten sowie Austauschprojekten zwischen Jugendlichen unterschiedlicher Sprachgruppen und Nationalitäten zur gegenseitigen Begegnung und zum Kennenlernen;
  • Bessere Bewertung und stärkere Förderung von Projekten, die mehrsprachig und inklusiv angelegt sind, durch entsprechende Gewichtung bei Förderkriterien.

Sport

Sport als gemeinsames Wachstum und gelebte Inklusion

Durch den Sport wollen wir gezielt in die Entwicklung und Bildung unserer Kinder und Jugendlichen investieren, um eine zunehmend solidarische und gemeinschaftliche Gesellschaft zu fördern, mit direkter Erfahrung von Zusammenarbeit und Inklusion. Sport, gemeinsam mit der Schule ist für uns ein zentrales Element auf dem Weg der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen.

Unsere Vision:

  • Wir setzen uns für eine strukturierte Unterstützung der lokalen Sportvereine ein, da sie durch ihre Arbeit junge Menschen fördern, ihnen Werte und kulturelle Orientierung vermitteln und sie in ihrer persönlichen Entwicklung begleiten.
  • Wir wollen mehr Möglichkeiten schaffen, um Sport auszuüben, denn Sport bedeutet Zusammenhalt, gemeinsames Wachsen und geteilte Erfahrungen.
  • Wir wollen den stark bildenden Wert sportlicher Aktivitäten fördern und allen einen Zugang zum Sport ermöglichen, sowohl im Freizeit- als auch im Leistungsbereich.

Unsere Vorschläge:

  • Einrichtung eines ständigen Sportbeirats mit allen relevanten Akteur*innen, um gemeinsam zuzuhören, zu kooperieren, Ideen zu entwickeln und Projekte zu planen,  ein Inkubator für Best Practices im Sportbereich in unserer Stadt;
  • Förderung der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Sportvereinen zur Entwicklung gemeinsamer Projekte. Sport soll ein noch zentralerer Bestandteil der Bildung unserer Jugend werden;
  • Öffnung der Schulsporthallen außerhalb der Unterrichtszeiten in Zusammenarbeit mit Sozialgenossenschaften des Dritten Sektors;
  • Sanierung der Sporthalle PalaMazzali und des gesamten angrenzenden Sportareals mit seinen Infrastrukturen.

Sicherheit

Für mehr Prävention

Eine Stadt, die ein gutes Angebot an Dienstleistungen, wirtschaftlichen Aktivitäten sowie Orte der Begegnung in Fußgängerzonen schafft und ein vielfältiges kulturelles Leben bietet, ist eine lebendige, sichere und auf das Wohlbefinden aller Bevölkerungsgruppen bedachte Stadt.

Unsere Vision:

  • Eine lebendige, sichere und solidarische Stadt;
  • Mehr Prävention und Aufklärung, weniger sicherheitspolitische Repression;
  • Förderung des interkulturellen und intergenerationellen Dialogs, um durch mehr soziokulturelle Aktivitäten sicherere Stadtviertel zu schaffen.

Unsere Vorschläge:

  • Förderung von Musik, Theater, Tanz, Kino und aller Formen der Kreativität;
  • Bekanntmachung und Verbreitung der Straßenkunstregelung über eine App;
  • Der Kapuzinerpark soll ein belebter und sicherer Ort werden;
  • Ausbau präventiver Maßnahmen und erleichterter Zugang zu Hilfsdiensten für Menschen in schwierigen Lebenslagen, um Probleme in besonders belasteten Stadtgebieten zu verringern;
  • Unterstützung von Streetwork-Projekten und koordinierte Zusammenarbeit mit freiwilligen Initiativen und beauftragten Organisationen in problematischen Stadtbereichen zur Bekämpfung von Ausgrenzung, Abhängigkeit und Gewalt. Dabei sollen gemeinsam mit dem Sozialbetrieb ASSB, dem Dritten Sektor und Freiwilligen verbindliche Leitlinien ausgearbeitet werden;
  • Einrichtung von Runden Tischen zur Bekämpfung von Prostitution und Menschenhandel;
  • Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Ordnungskräften, Stadtpolizei, neu einzurichtenden Stadtviertelpolizist*innen und den Sozial- und Gesundheitsdiensten zur Umsetzung präventiver und sozialer Maßnahmen in der Stadt;
  • Verhinderung von wilden Lagern durch geeignete Aufnahmeprojekte für obdachlose Menschen und Migrant*innen in Zusammenarbeit mit dem Land und den umliegenden Gemeinden.

Digitale Nachhaltigkeit

Für digitale Bürgerrechte

Wir erkennen das große Potenzial der Digitalisierung an – vom Internet bis zur künstlichen Intelligenz. Unser Ziel ist eine wirtschaftliche Entwicklung, die das digitale Gemeinwohl für kommende Generationen schützt und die Würde der Menschen achtet. Wir setzen uns für digitale Bürgerrechte ein und lehnen Kontrolle sowie Monopole ab, die unsere Grundrechte in Wirtschaft und Verwaltung gefährden.

Unsere Vision:

  • Eine ethische Auseinandersetzung mit der digitalen Gesellschaft;
  • Eine sichere Verwaltung von Daten und Schutz der Privatsphäre;
  • Begleitung nicht-digital geborener Menschen beim Umgang mit neuen Technologien.

Unsere Vorschläge:

  • Förderung einer ethischen Reflexion über die Digitalisierung an Schulen und Bildungseinrichtungen, um zentrale Fragen rund um die digitale Arbeitswelt zu thematisieren;
  • Aufklärung über Digitalisierung, Datenmonopole, Schutz der Privatsphäre, Cybermobbing, Desinformation und nachhaltige Nutzung digitaler Technologien;
  • Förderung sicherer Technologien, etwa durch kabelgebundene Netzwerke, sowie die Schaffung möglichst strahlungsfreier Räume (z. B. auf Spielplätzen, in Kindergärten und Schulen);
  • Förderung der Digitalisierung von Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit den Nutzerinnen und Nutzern.