Der Dritte Sektor ist wesentlicher Teil des sozialen Gefüges Südtirols, insbesondere dort, wo das öffentliche Handeln nicht rechtzeitig oder nicht ausreichend eingreift. Ein stabiler, geschützter und aufgewerteter Freiwilligendienst ist eine notwendige Voraussetzung, um der sozialen Arbeit für die Gemeinschaft Kontinuität und Wirksamkeit zu verleihen. Einige Schwächen jedoch bremsen die vollständige Entfaltung dieses Bereichs. In diesem Zusammenhang hat die Grüne Fraktion im Südtiroler Landtag einige Änderungsvorschläge zum Gesetzentwurf über den Dritten Sektor eingebracht, der diese Woche im Landtag diskutiert wird.
„Der Dritte Sektor verdient konkrete Instrumente, um weiterhin seine grundlegende Rolle für den sozialen Zusammenhalt in unserem Land ausüben zu können. Unsere Vorschläge zielen auf mehr wirtschaftliche Stabilität, mehr Anerkennung für Kompetenzen und weniger Bürokratie für jene, die sich für das Gemeinwohl einsetzen“, erklären die Grünen Abgeordneten Zeno Oberkofler, Brigitte Foppa und Madeleine Rohrer.
Begünstigte Kredite für Vereine
Viele Organisationen des Dritten Sektors haben finanzielle Schwierigkeiten, da öffentliche Beiträge oft verspätet ausbezahlt werden. Um dieses Problem zu lösen, schlagen die Grünen Vereinbarungen mit lokalen Banken vor, durch die Vereine zinslose Kredite erhalten können, um bereits zugesprochene Gelder vorzufinanzieren. Eine einfache Möglichkeit, die Kontinuität der Tätigkeiten zu sichern, ohne die finanzielle Stabilität der Organisationen zu gefährden.
Mehr Verantwortung: mehr Anerkennung
Immer weniger Menschen sind bereit, Führungsrollen in Vereinen zu übernehmen – oft aus Zeitmangel oder wegen fehlender Wertschätzung. Die Grünen schlagen vor, ein Stundenkontingent in Arbeitsverträgen vorzusehen – ähnlich dem Modell der „150 Stunden“ –, für jene, die im Dritten Sektor Leitungsfunktionen übernehmen. Ein Anreiz, um den Generationenwechsel zu fördern und Menschen zu unterstützen, die sich persönlich engagieren.
Weniger Bürokratie, mehr Zeit zum Handeln
Vereine sind oft durch komplizierte und sich wiederholende bürokratische Pflichten überlastet. Die Grünen fordern hier Vereinfachungen. Sie sollen die Digitalisierung von Verfahren, die Abschaffung unnötiger Dokumente und das „Once-only“-Prinzip vorsehen (Daten sollen nur einmal übermittelt werden müssen). Weniger Zeit mit Papierkram, mehr Energie für die Hilfe am Menschen.
„In vielen Bereichen des Südtiroler Ehrenamts wird täglich wertvolle, oft unsichtbare Arbeit geleistet. Doch ohne angemessene Instrumente droht dieses Engagement zu zerbrechen. Mit diesen Vorschlägen wollen wir jenen, die sich um andere kümmern Luft zum Atmen, Vertrauen und Perspektive geben“, schließt Zeno Oberkofler, Erstunterzeichner der Vorschläge.
Landtagsabgeordnete
Zeno Oberkofler
Brigitte Foppa
Madeleine Rohrer