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Marmsaler Andreas asked 10 Monaten ago

Warum wollen Sie Studienplätze für italienischprachigen Südtirolern in Innsbruck?
Diese können auch Italienischsprachige Universitäten besuchen. Das Recht sollte nur für deutschsprachige Südtiroler damit es auch zukünfzig deutsche Ärtze hier gibt.

admin Mitarbeiter antwortete vor 10 Monaten

Lieber Andreas, im Prinzip haben Sie ja nicht ganz unrecht leider sieht die Realität ein bisschen anders aus, denn diese Regelung bringt leider ein paar Probleme mit sich.
Es gibt viele Schüler*innen die deutscher Muttersprache sind und der deutschen Sprachgruppe angehören und die italienische Schule besuchen um besser italienisch zu lernen. All diese Schüler*innen müssen z.B. in die Deutsche Schule wechseln weil sie einen deutschen Abschluss brauchen wenn sie eine Chance haben wollen in Österreich Medizin zu studieren.

Viele zweisprachige Südtiroler, wie mich, sind aber auch Opfer dieser Regelung. Mein Vater ist deutschsprachig meine Mutter italienischsprachig. Ich habe 8 Jahre lang die deutsche Schule besucht, bin dann in die Italienische Schule gewechselt um auch diese Sprache zu pflegen, mit 18 hab ich mich der deutschen Sprache zugehörig erklärt. Hätte ich Medizin in Österreich studieren wollen, hätte ich es wahrscheinlich nicht geschafft weil ich “leider” eine italienische Matura habe. Ich hätte später als perfekt zweisprachiger Arzt nach Südtirol zurückkehren können.

Und hier ein anderes Beispiel: immer mehr Schüler*innen verbringen das vierte Jahr in der Schule der anderen Sprache um Deutsch bzw. Italienisch gut zu lernen. Ich habe es selbst miterlebt wie Schüler von der deutschen Schule die zu uns in die Klasse gekommen sind unbedingt auch das fünfte Jahr bleiben wollten, weil sie sich sehr wohl gefühlt haben und gemerkt haben welche Fortschritte sie im Italienischem gemacht haben. Da sie aber Medizin studieren wollten waren sie praktisch gezwungen in die deutschsprachige Schule zurückzukehren.

Natürlich passiert das gleiche auch andersrum. Wer schlau genug ist egal ob deutsch oder italienisch wechselt rechtzeitig in die deutsche Schule um bessere Chancen zu haben in Österreich Medizin zu studieren.
Das alles führt natürlich zu einem System das dem Zusammenleben der Sprachgruppen nicht gut tut aber eben auch unsrer Wirtschaft und den Problemen in der Sanität nicht weiterhilft.

Angesichts des Ärztemangels wäre es doch nur wünschenswert, es motivierten Schüler(innen) mit italienischer Matura (mit guten italienisch und deutsch Kenntnissen) zu ermöglichen in Österreich zu studieren, um später als mehrsprachige Ärzte in Südtirol eine Arbeit zu finden. Wäre es angesichts unsrer Situation nicht angebracht eine bessere Lösung zu finden?

Wir ygs haben es als sehr wichtig empfunden dieses Problem anzusprechen, denn es betrifft viele Schüler*innen aller Sprachgruppen. Wir haben uns mit diesem Thema auch zusammen mit der Südtiroler HoschschülerInnenschaft auseinandergesetzt und gesehen dass dies effektiv ein Problem für viele Studenten ist. Darum fordern wir auch von der Landespolitik, dass man diesbezüglich mit Österreich in Kontakt tritt und gemeinsam eine gerechtere und bessere Regelung erarbeitet.

Zeno Oberkofler Co-Sprecher der ygs