{"id":32064,"date":"2022-09-16T11:33:46","date_gmt":"2022-09-16T09:33:46","guid":{"rendered":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/?p=32064"},"modified":"2022-09-16T11:33:46","modified_gmt":"2022-09-16T09:33:46","slug":"bienensterben-am-stilfserjoch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/bienensterben-am-stilfserjoch\/","title":{"rendered":"Bienensterben am Stilfserjoch"},"content":{"rendered":"<p>ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG.<\/p>\n<p>Aus Prad am Stilfserjoch wird uns berichtet, dass ein Bienenvolk mit Standort innerhalb der Nationalparkgrenzen im heurigen Jahr eine extrem hohe Sterblichkeitsrate der Bienen aufwies. Der Imker hatte daraufhin auf eigene Initative im \u201cIstituto Zooprofilattico Sperimentale delle Venezie\u201d Analysen veranlasst, welche nun der Gr\u00fcnen Fraktion vorliegen.<\/p>\n<p>Die Analysen der toten Bienen ergaben R\u00fcckst\u00e4nde der Wirkstoffe Trifloxystrobin (Fungizid) und Sulfoxaflor (Insektizid). Sulfoxaflor ist f\u00fcr Insekten hochgiftig und wurde laut unseren Informationen bereits im April 2022 von der EU verboten. Dennoch d\u00fcrfte dieses Neonikotinoid ausgebracht worden sein, ohne dass sich der Anwender an die allgemeinen Grundregeln f\u00fcr dieses Insektizid gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Das Insektizid mit dem Handelsnamen \u201cCloser\u201d sollte laut Sicherheitsdatenblatt unter Glas angewendet werden. Kommt es dennoch zur Anwendung im Freiland, dann darf das Mittel nicht auf bl\u00fchende Kulturen und bei bl\u00fchenden Beikr\u00e4utern ausgebracht werden. Bis sechs Tage nach der Ausbringung d\u00fcrften Bienen und best\u00e4ubende Insekten die behandelte Fl\u00e4che nicht besuchen, was unter Freilandbedingungen unm\u00f6glich ist. Der Wirkstoff Sulfoxaflor gilt als gef\u00e4hrlich f\u00fcr alle best\u00e4ubende Insekten und als sehr giftig f\u00fcr Regenw\u00fcrmer.<\/p>\n<p>Daher ist Closer f\u00fcr die Anwendung im Freiland vollkommen ungeeignet. Dennoch wurde es in Prad am Stilfserjoch unsachgem\u00e4\u00df ausgebracht. Landesrat Arnold Schuler hat im Fr\u00fchjahr 2022 unseren Gesetzesvorschlag zum \u201cSystematischen Pestizidmonitoring\u201d im Gesetzgebungsausschuss ohne nachvollziehbare Begr\u00fcndung abgelehnt und damit dem Pestizid-Missbrauch auch weiterhin T\u00fcr und Tor ge\u00f6ffnet. Eine gute Datengrundlage w\u00fcrde f\u00fcr alle Beteiligten wie Umweltmediziner:innen, \u00d6kolog:innen, Landwirt:innen und B\u00fcrger:innen einen enormen Mehrwert darstellen.<\/p>\n<p>Daher richten wir folgende Fragen an die Landesregierung:<\/p>\n<ol>\n<li>Ist sich die Landesregierung bewusst, dass der massive Pestizideinsatz im integrierten Obstanbau hauptverantwortlich f\u00fcr das Insektensterben und damit f\u00fcr die Arten- und Biodiversit\u00e4tskrise verantwortlich ist?<\/li>\n<li>Ist sich die Landesregierung bewusst, dass der massive Pestizideinsatz im integrierten Obstanbau zu erheblicher Abdrift f\u00fchrt und dass die Pestizide Wohnungen, Tourismusbetriebe, Hausg\u00e4rten, Schutzgebiete und andere Nichtzielfl\u00e4chen kontaminieren?<\/li>\n<li>Was will die Landesregierung endlich unternehmen, um den Einsatz von Pestiziden drastisch zu verringern?<\/li>\n<li>Gedenkt die Landesregierung, wirksame Ma\u00dfnahmen wie \u201cAbstandsregelung\u201d, Spritzverbote in der Umgebung von sensiblen Gebieten oder eine gezielte Bioinitiative einzuf\u00fchren?<\/li>\n<li>Warum hat sich Landesrat Schuler gegen unseren Gesetzesvorschlag zum \u201cSystematischen Pestizidmonitoring\u201d ausgesprochen?<\/li>\n<\/ol>\n<p style=\"text-align: right;\">Bozen, 13.09.2022<\/p>\n<p>Landtagsabgeordnete<\/p>\n<p>Hanspeter Staffler<\/p>\n<p>Brigitte Foppa<\/p>\n<p>Riccardo Dello Sbarba<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>ANFRAGE ZUR SCHRIFTLICHEN BEANTWORTUNG. 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