{"id":11955,"date":"2016-12-14T13:32:38","date_gmt":"2016-12-14T11:32:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.verdi.bz.it\/?p=11955"},"modified":"2021-07-06T08:38:00","modified_gmt":"2021-07-06T06:38:00","slug":"il-discorso-che-avrei-voluto-ascoltare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/il-discorso-che-avrei-voluto-ascoltare\/","title":{"rendered":"Il discorso che avrei voluto sentire"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"color: #008000;\"><strong>Discorso sulla legge di bilancio 2017.<\/strong><\/span><br \/>\nBrigitte Foppa<br \/>\nGeehrter Landeshauptmann, geehrte Landesregierung, gesch\u00e4tzte Kolleginnen und Kollegen,<br \/>\n<img loading=\"lazy\" class=\"alignleft wp-image-7833 size-medium\" src=\"http:\/\/www.verdi.bz.it\/wp-content\/uploads\/2014\/06\/Foppa2_kl-327x490.jpg\" alt=\"Brigitte Foppa\" width=\"327\" height=\"490\" \/><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Ich wei\u00df nicht wie es euch geht \u2013 aber ich war selten so uninspiriert wie bei diesem Haushalt 2017. Vielleicht ist es die Mittlegislaturdepression, vielleicht die Tatsache, dass der Landeshauptmann in seiner heurigen Rede nichts, aber schon gar nichts auslassen wollte, nichts der Imagination \u00fcberlassen, sich auch nicht vorhalten lassen, wie die letzten Jahre, wen und was er alles au\u00dfen vor gelassen hatte. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Trotz Inspriationsmangel habe ich mich bem\u00fcht und meine Rede zum Landeshaushalt geschrieben. Mein sch\u00f6nes Feedback angelegt, das vergangene Jahr Revue passieren lassen, die Rede des LH durchanalysiert. Das \u00fcbliche Pingpong, der LH bringt seine Gedanken vor, die Opposition kommentiert, mehr oder minder kritisch \u2013 und dann ist fertig und man geht in die Weihnachtspause.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Jedoch habe ich im Anschluss ein Buch gelesen, Ulrich Grobers \u201eDer leise Atem der Zukunft\u201c, eine Reflexion zum \u201eAufstieg nachhaltiger Werte in Zeiten der Krise\u201c. Wie in vielen der neueren Texte \u00fcber Nachhaltigkeit geht es auch darin weniger um technologische L\u00f6sungen gegen die Verschmutzung und Ausbeutung der Umwelt, sondern vielmehr um die Erfindung, die Entwicklung, die Gestaltung und die Implementierung des Neuen. Und meine Lust, das immer Gleiche zu variieren, wenn auch m\u00f6glichst mit Stil und Verve, hat sich in Luft aufgel\u00f6st. Ich habe meine Rede verworfen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"en-US\">Breaking through to the other side\u2026\u2026 mit diesem Lied der Doors beginnt das Buch und es handelt vom \u201cDruchbruch\u201d, vom \u00d6ffnen neuer Welten. So war d<\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">ie einzige Lust, die verblieb, jene, zu erz\u00e4hlen, welche Rede ich gern geh\u00f6rt h\u00e4tte, f\u00fcr unser Jahr 2017. Denn ich w\u00fcnsche mir, weiterhin, vielleicht auch schon aussichtslos, dass das Neue endlich Einzug h\u00e4lt im Land. Nach 3 Jahren Probezeit sollte es doch endlich m\u00f6glich sein.<\/span><\/span><br \/>\nWir, die wir vor 3 Jahren neu waren, sind das nicht mehr.<br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Die Narration der Ver\u00e4nderung ist das, was vor den Wahlen funktioniert. Schon sehr viel schwieriger ist es, die Ver\u00e4nderung in die Systeme, die Realit\u00e4ten, den politischen Alltag zu tragen. Mein Eindruck ist, dass diese Regierung sehr schnell gealtert ist \u2013 und ich glaube auch, dass man umso schneller altert, je mehr man sich vorher, vielleicht ohne es wirklich zu sein, als das Neue verkauft hat. <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\">Il meccanismo forse \u00e8 diabolico e universale e prescinde dal nuovo: Boy-Scout Renzi \u00e8 il miglior esempio che la metafora che ti sei cucito addosso (nel suo caso: il rottamatore), ti pu\u00f2 molto facilmente cadere addosso alla prima occasione. \u00c8 invecchiata presto questa giunta, dicevo, e lo si nota soprattutto perch\u00e9 si muove gi\u00e0 in difesa. Evidentemente perch\u00e9 gli attacchi, spesso probabilmente dalle proprie fila, sono molti e risulta sempre pi\u00f9 difficile tenere insieme la baracca della maggioranza. <\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Di questo non invidiamo nessuno.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Aber es lohnt sich auch dar\u00fcber nachzudenken, wie sich das Neue h\u00e4tte anh\u00f6ren k\u00f6nnen. Es w\u00e4ren vielleicht nicht 34 Seiten zu den drei WWWs Wurzeln, Wirtschaft und Wachstum gewesen.<\/span><\/span><br \/>\n<a name=\"_GoBack\"><\/a> <span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Vielleicht h\u00e4tte es 5 Seiten gegeben, in denen davon die Rede ist, wie wir dieses Land, das unsere Heimat ist, gestalten wollen<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">, in den 2 Jahren, die noch verbleiben bis zum Legislaturwechsel. Denn immer wieder greifen Sie in Ihrer Rede das Thema der Verwurzelung auf, und beschw\u00f6ren die Heimat. Ein Begriff, der bei den n\u00e4chsten Wahlen 2018 an Bedeutung regelrecht anschwellen wird und es ist gut, sich rechtzeitig damit zu befassen. Das Wort war urspr\u00fcnglich ein Neutrum und stammt von germ.*haimi, ie. *kei (liegen), es betraf also strikt die Herkunft, die geografische Dimension. Interessant ist, dass dieses Wort, das f\u00fcr uns heute so sehr emotional besetzt ist, bis zur Mitte des 19. Jh. ein Amtswort war, das haupts\u00e4chlich im juristischen Sinne gebraucht wurde. Ich habe es in dieser F\u00e4rbung in der Rede des LH wiedergefunden, wo die Heimat zwar rhetorisch beschworen, in Wirklichkeit aber eher parametriert und monetisiert wird. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Wir haben uns im vergangenen Jahr sehr ausgiebig mit der Heimat befasst. In vielen Debatten hier im Landtag und in den Medien haben wir dar\u00fcber diskutiert, wem sie geh\u00f6rt, wer Recht darauf hat, welche Bedingungen daf\u00fcr gelten. Es hat auch einige Entgleisungen gegeben, die letzten w\u00e4hrend der Nachwehen zum landes\u00fcblichen Empfang beim Besuch des Kommissionspr\u00e4sidenten Juncker. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Was das aber hei\u00dft, eine Heimat zu sein, eine Heimat zu bieten, im 21. Jahrhundert und in einer globalisierten Welt, dar\u00fcber haben wir uns noch nicht wirklich verst\u00e4ndigt. Das ist schade. Wir h\u00e4tten uns auf Heimat als einen dynamischen Begriff einigen k\u00f6nnen, ein Konzept, das sich st\u00e4ndig entwickelt und dessen emotionale Dimensionen f\u00fcr jede Kultur, ja jede Person anders sind und sich wahrscheinlich auch im Laufe des Lebens ver\u00e4ndern. Und wir h\u00e4tten uns \u00fcberlegen k\u00f6nnen, ob zu Heimat notwendigerweise jene Verwurzelung geh\u00f6rt, die der LH so oft zitiert, ob Luftwurzeln m\u00f6glich und erw\u00fcnscht sind, ob die Heimat den Menschen geh\u00f6rt oder die Menschen zur Heimat und ob das \u201egeh\u00f6ren\u201c, das Possessivum \u00fcberhaupt treffend ist in diesem Zusammenhang. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><b>Un discorso del cambiamento, della trasformazione sarebbe comunque partito dalle persone che vivono in questa terra, sia che la considerino la loro Heimat, sia che si trovino in una stazione di passaggio della loro vita<\/b><\/span><span style=\"font-size: medium;\">. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Mi sarebbe piaciuto trovare al centro del discorso al bilancio 2017 gli uomini e le donne prima del PIL, gli esseri viventi prima dei miliardi da distribuire, la vita prima delle infrastrutture, la qualit\u00e0 della vita prima degli standards di cui vantarci e di cui \u00e8 certamente bello e giusto vantarci. Ma avremmo potuto partire molto pi\u00f9 banalmente da domande di questo tipo: Come vivono le persone in questa terra? Cosa conta per loro? Stanno bene? Sono persone, sudtirolesi, altoatesini, nuove cittadine e cittadini felici? Perch\u00e9 uno su 6 \u00e8 a rischio povert\u00e0? Come vivono? Ho parlato con una persona che lavora in uno dei palazzi di questa piazza e che vive con marito e figli in un appartamento al 7\u00b0 piano, senza balcone, senza tapparelle contro il sole, su 55 metri quadri.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Il Suo \u00e8 un discorso sterile, presidente, guardi quanta poca vita contiene! La cosa pi\u00f9 viva di tutto il discorso \u00e8 lo Yogurt a pagina 21 e l\u2019unico riferimento sensuale sono le stelle Michelin a pagina 22. <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Solo nell\u2019ultima parte ci si occupa un po\u2019 pi\u00f9 da vicino delle persone, ma per il resto ci si muove nell\u2019astratto, nell\u2019ambito degli schemi e delle percentuali e delle cifre (Ricordo la frase dell\u2019anno, del Sindaco di Vadena, Alessandro Beati, che diceva in uno dei dibattiti sull\u2019aeroporto: Si comincia con le cifre, quando finisce il buon senso!). <\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Ma, gentili assessori, ricordatevi sempre che quello che amministrate, molto prima di amministrare amministrazioni, associazioni di categoria e criteri di assegnazione, sono le persone, la loro vita e la loro fiducia in voi. Non siete notai, non siete tecnocrati n\u00e9 direttrici di dipartimento, non siete consiglieri di amministrazione di un\u2019azienda. Non siete i ragionieri, ma i capi politici di una piccola provincia, questa terra a tutte e tutti noi cos\u00ec cara, in cima all\u2019Italia, in mezzo all\u2019Europa e in mezzo alle Alpi.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><b>Infatti avrei voluto che si pensasse, subito dopo, alla natura, al mondo che ci circonda. <\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Anche su questo le domande sarebbero tante e andrebbero molto pi\u00f9 in l\u00e0 delle tante risposte fornite dal presidente Kompatscher (le domande vanno sempre pi\u00f9 in l\u00e0 delle risposte \u2013 ecco perch\u00e9 in politica dovremmo fare pi\u00f9 domande!). Cosa abbiamo fatto nel 2016 per salvaguardare gli elementi pi\u00f9 fragile del nostro ambiente, la natura e i suoi abitanti? I terreni, le falde acquifere, i boschi e i prati di alta montagna, le parti verdi delle citt\u00e0 \u2013 come stanno? Sono stati protetti bene quest\u2019anno? Abbiamo fatto progetti per aumentare la biodiversit\u00e0, delibere per inquinare meno, leggi buone per proteggere ci\u00f2 che vogliamo lasciare alle nostre figlie e i nostri figli? Abbiamo creato le basi per meno consumo di suolo? Siamo sicuri che solo con qualche centrale idroelettrica in pi\u00f9, senza cambiare stile di vita, salveremo il clima dal surriscaldamento \u2013 ancora, assessore Theiner, non abbiamo capito come mai continuiamo a ridurre la nostra impronta ecologica, pur aumentando ogni anno il traffico e il consumo di energia elettrica. In questi anni non si \u00e8 parlato di natura e ambiente in questo Consiglio, se non quando ponevamo noi il tema\u2026 tant\u2019\u00e8 che il dibattito sulla pernice bianca era praticamente lo zenit del tema ambientale di questa prima met\u00e0 della legislatura!<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><b>Nel mio discorso ideale dopo non si sarebbe passato direttamente alle infrastrutture (wieviel wird nur gebaut, in diesem Haushalt, Herr Kompatscher?), ma al modo in cui conviviamo in questa nostra terra.<\/b><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\">Era la parte finale del Suo discorso, collega Landeshauptmann, con cui ha voluto concludere, esortando alla comprensione reciproca, alla non-provocazione, alla distensione. Le vogliamo dare atto. Ma ci sfugge comunque cosa abbia fatto questa maggioranza (e che cosa abbia in mente per l\u2019anno a venire) per far stare meglio i vari gruppi linguistici. Non sar\u00e0 stricto sensu compito della giunta, ma comunque bisogna prendere atto del fatto che gli italiani e le italiane in questa terra hanno sempre meno voce. E avere meno voce vuol dire perdere, collettivamente, sicurezza di s\u00e9, autostima \u2013 e quando questo succede con una parte di societ\u00e0 bisogna stare molto, molto attenti.<br \/>\nInvece siamo troppo spesso indifferenti. Ci stiamo dimenticando di una parte di societ\u00e0. Pensate solo a quest\u2019aula, che dovrebbe rappresentare la popolazione di questa terra. Solo uno su 7 degli eletti \u00e8 di lingua italiana. Met\u00e0 degli italiani di questa provincia ha scelto di non farsi rappresentare. Addirittura le donne sono pi\u00f9 rappresentate e anche di queste quasi la met\u00e0 sceglie di non farsi rappresentare. Colpa loro, lo so, si tende a dire in quest\u2019aula \u2013 ma forse, se qui dentro per un insieme di circostanze ci fossero seduti solo 10 uomini e solo 11 consiglieri di lingua tedesca, magari qualche domanda sorgerebbe.<br \/>\nInvece ci si \u00e8 abituati allo schiacciante mainstream tedesco. Quando in quest\u2019aula risuonano quelle poche voci italiane rimaste, l\u2019ascolto si fa meno attento, lo osservo spesso. La SVP rincorre parecchie provocazioni dal fronte patriottico tedesco.<br \/>\nNel mio discorso ideale su questo punto avrei sentito delle proposte, anche suggerite magari da un partner di coalizione che si sveglia fuori prima della campagna elettorale e che vadano un po\u2019 oltre alla settimana Sharm-el-Sheik (anche se ho gi\u00e0 trovato confortante che ci sia stato, nel 2016, almeno un segno di vita da parte del PD).<br \/>\nNella giunta che vorrei, infatti non ci sarebbe quella egemonia culturale e sopportazione affaticata che si percepisce nitidamente, ma interesse e curiosit\u00e0 verso l\u2019altro. Credo nelle coalizioni, non per calcolo politico, ma perche penso che dalla diversit\u00e0, proprio da essa, nasca il nuovo \u2013 e vedere quanta estraneit\u00e0, quanto disinteresse, quanto freddo spartirsi-il-potere contrassegna il nostro governo provinciale fa perdere una occasione di vero buon governo dopo l\u2019altra.<\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Vom Zusammenleben-Reden w\u00fcrde auch hei\u00dfen, zu \u00fcberlegen, wie wir den Reichtum verteilen, wie gerecht unser soziales Umverteilungssystem ist. Ganz Europa hinterfragt sich derzeit in Sachen Anf\u00e4lligkeit f\u00fcr Populismen und einfache Versprechen und es ist wohl erwiesen, dass soziale Abstiegs- und Verlust\u00e4ngste eine enorme Rolle spielen. Wir sind bisher dieser Frage in S\u00fcdtirol ausgestellt und konnten uns das vielleicht auch leisten. Aber den Augenblick, in dem man sie sich stellen muss, den sollten wir nicht verpassen. Das w\u00e4re wichtiger, als immer wieder kleine Zugest\u00e4ndnisse an populistische Kr\u00e4fte zu machen und sich im \u00dcbrigen immer wieder recht beleidigt in den Elfenbeinturm der Unverstandenen zur\u00fcckzuziehen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Indessen stehen wir mitten in der Welt und deshalb steht es auch an, unsere Rolle in der Welt zu \u00fcberdenken.<\/b><\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">2016 ist schlie\u00dflich ein denkw\u00fcrdiges Jahr, weit \u00fcber unser kleines Land hinaus. Einige Schockwellen sind \u00fcber die Welt gefegt. Dramatisch wurde auch uns unsere Rolle in der Welt bewusst. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Etwa als \u00d6sterreich mit Schlie\u00dfung der Brennergrenze drohte und wir pl\u00f6tzlich im Blickfeld des Kontinents standen. Wie sehr \u00d6sterreich geblufft hat und wie sehr unsere \u201eSchutzmacht\u201c dabei schmutzig gespielt hat, wurde quasi nicht bemerkt. Denn \u00d6sterreich hat damals auf die heiligste Kuh unserer Gesellschaft Druck gemacht, n\u00e4mlich die Bewegungsfreiheit f\u00fcr Menschen und Waren \u2013 die wahre Drohung an Italien war hinter den Grenzkontrollen versteckt. Denn es ging in keinem Moment darum, in den Kontrollen Fl\u00fcchtlinge aufzugreifen (die Fl\u00fcchtlinge kommen ja nicht mit Privatautos \u00fcber den Brenner), sondern Ziel war es, mit der Androhung von Erschwernissen f\u00fcr Italienausreisende Italien zu einer anderen Fl\u00fcchtlingspolitik zwingen. Mich wundert bis heute, dass das so wenig Thema war und alle auf die Erz\u00e4hlung von der Fl\u00fcchtlingskontrollen hineingefallen sind. Die progressiven Kr\u00e4fte haben sich damals zusammengerottet, eine denkw\u00fcrdige Kundgebung am Brenner fand statt. Es war eine Schockvorstellung, den Brenner zu schlie\u00dfen, es war wohl f\u00fcr viele der Moment, in dem man die Fl\u00fcchtlingsproblematik als in unser aller Leben vorgedrungen wahrnehmen musste. Bis dahin war es m\u00f6glich gewesen, sie am Bildschirm in der Menge der schlimmen Nachrichten aus der Welt von sich abzuspalten und sie einigen Wenigen Zust\u00e4ndigen oder engagierten Freiwilligen zu \u00fcberlassen. Nun aber ver\u00e4nderte sich der Alltag von allen, und zwar weit \u00fcber den kleinen \u201efastidio\u201c hinaus, wenn man angebettelt oder am Bahnhof mit den ver\u00e4ngstigten Gesichtern, den Psychosen, den Traumata, dem Krieg und dem Hunger konfrontiert wird.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Nein, das war etwas anderes, nun drohte die eigene Bewegungsfreiheit eingeschr\u00e4nkt zu werden, das war eine neue Dimension. Sie kann sich nat\u00fcrlich jederzeit wieder pr\u00e4sentieren, wenn ein Land Europas dicht macht.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Inzwischen habe ich im Nachtzug nach Deutschland erlebt, wie man um 4 Uhr fr\u00fch aus dem Liegewagen geschmissen wird und froh ist, dass das eigene Gesicht europ\u00e4isch ist, wenn einem die Taschenlampe der Grenzer ins Gesicht leuchtet. Eine Lappalie.<br \/>\nAber es hat Tote gegeben. Wir erleben, wie sich Menschen auf die G\u00fcterz\u00fcge werfen, sich unter die LKW`s begeben, um \u00fcber die Grenze zu kommen. Unser vor\u00fcbergehend grenzfreies Europa besinnt sich wieder auf die Striche, die auf der Landkarte gezogen wurden, in dem einen oder anderen Moment der Geschichte, je nachdem ob man auf der Seite der Gewinner oder der Verlierer stand. Unser Europa, das auch vom LH vielfach beschworen wurde, ist dabei, wieder zu einer Sammlung von Nationalismen, Eigenheiten und Eigeninteressen zu werden \u2013 da kann der Kommissionspr\u00e4sident Juncker hier in Bozen noch so Unverf\u00e4ngliches und Humoristisches von sich geben. Danke, Herr Landeshauptmann, in diesem Zusammenhang, f\u00fcrs Relativieren der Fl\u00fcchtlingsanzahl und den Nachdruck mit dem Sie in Ihrer Rede gesagt haben, dass wir keinen Notstand im Lande haben! Aber das ist nicht genug. Wir haben insgesamt eine halbherzige Aufnahmepolitik erlebt und in vielen F\u00e4llen wurden die Freiwilligen allein gelassen, mit einer gesamtgesellschaftlichen Frage, die weit \u00fcber ihre Zust\u00e4ndigkeit (falls es so eine \u00fcberhaupt gibt) hinaus ging.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Beim Pr\u00fcfen unserer Rolle in der Welt geht es auch um die Anbindung S\u00fcdtirols an ebendiese Welt.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Bei der Abstimmung zum Flughafen haben wir 2016 verschiedene Lebensmodelle gegen\u00fcber gestellt und Priorit\u00e4ten gemessen. Wir haben viel \u00fcber Anbindung und Erreichbarkeit gesprochen, aber ich glaube, wir haben uns letztlich \u00fcber die Verbindung zur Welt auseinander gesetzt. Die S\u00fcdtirolerInnen haben sich daf\u00fcr entschieden, diese Verbindung in einem ertr\u00e4glichen Ma\u00df zu halten. Ich glaube, sie waren weise in der Voraussicht.<br \/>\nS\u00fcdtirol hat im Vorfeld dieser Abstimmung eine breite Debatte \u00fcber die Grenzen des Wachstums gef\u00fchrt und sich f\u00fcr das gute Ma\u00df entschieden. Der Landesregierung haben wir immer zuerkannt, dass sie das Wahlversprechen eingehalten hat. \u00dcber die Entscheidung des Landeshauptmanns, sich in erster Person f\u00fcr das Ja einzusetzen, habe ich gerade nach dem Verfassungsreferendum eine noch sehr viel negativere Einsch\u00e4tzung als zu Zeiten der Volksbefragung. Denn es ist eine Verwirrung und Verzerrung, was zunehmend passiert. Die Sachfragen von Volksabstimmungen werden personalisiert und zu Vertrauensabstimmungen umgepolt. Das hat unser LH gescheiterweise nicht getan, Renzi ist beim Verfassungsreferendum der Eitelkeit noch sehr viel mehr erlegen. Er hat damit ganz Italien das Messer an die Brust gesetzt und ein wahres nationales Psychodrama ausgel\u00f6st. Nie hatte ich von so vielen Menschen geh\u00f6rt, die bis zuletzt nicht wussten, wie sie w\u00e4hlen sollten. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">\u00dcber das Verfassungsreferendum, seinen kuriosen Ausgang und seine Folgen ist auch in diesem Saal schon alles gesagt worden. Der Landeshauptmann hat hier\u00fcber eine ganze Seite im Konjunktiv geschrieben (vielleicht hat auch er seine ideale Rede dort hinterlegt?), mein Kollege Dello Sbarba hat letzte Woche die Position unserer Fraktion in ihren diversen Fassetten geschildert und ich werde sie nicht wiederholen. Nur auf eines m\u00f6chte ich hinweisen, liebe Kollegen der Volkspartei, n\u00e4mlich dass ihr v\u00f6llig unkorrekt seid, wenn ihr die Ja-Stimmen auf die euch gewohnte hegemonische Weise vereinnahmt. Es gibt auch gar einigen Unwillen dar\u00fcber, wie ihr das in eurer Interpretation des Ergebnisses leichtfertig und auch etwas gro\u00dfm\u00e4ulig gemacht habt. Viele auch aus unserem Umfeld, wir sagten es schon, haben ebenfalls JA gew\u00e4hlt, und ganz sicher nicht wegen der Weisung der SVP, sondern trotzdem. Sie haben gegen Grillo JA gew\u00e4hlt, gegen Salvini, gegen Berlusconi, gegen den Brexit und gegen Hofer und das war eine sehr legitime Entscheidung und das hat mit euren Verhandlungen innerhalb der r\u00f6mischen Koalition nichts zu tun. An die sogenannte Schutzklausel hat von diesen Ja-W\u00e4hlerInnen niemand geglaubt \u2013 aber sie glauben vielleicht noch weniger an die Vertrauensw\u00fcrdigkeit von politischen Kr\u00e4ften, die mit der Unvorhersehbarkeit und Verengungstaktik des Populismus agieren. Euer Siegesgef\u00fchl, das wir euch sicher nicht absprechen wollen, r\u00fchrt von eurem internen Macht- und dem noch nicht abgeschlossenen Generationenkampf und da sei euch ein Etappensieg geg\u00f6nnt. Aber in welchen Kontext sich dieser Wahlausgang einf\u00fcgt, das ist erst noch zu sehen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Und so ist letzte Frage, die ich mir also gew\u00fcnscht h\u00e4tte, jene nach den Modalit\u00e4ten und M\u00f6glichkeiten einer neuen Politik.<\/b><\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Das war das eigentliche Versprechen der neuen Landesregierung gewesen und an dem muss sie sich messen lassen. Denn das Neue liegt ja selten im Inhalt, sondern meistens im Prozess, in der Methode, der Vorgangsweise. Hier ist der <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><i>Durchbruch<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"> m\u00f6glich und derzeit gibt es auch spannende Denkprozesse zur Entwicklung der Demokratie. Christian Felber etwa arbeitet am Konzept der souver\u00e4nen Demokratie; NachhaltigkeitsstrategInnen befassen sich zunehmend mit der Gestaltung des Gemeinwesens; \u00fcber den Sinn und die Grenzen von direkter Demokratie hat sich im Jahr des Brexit und des Italienreferendums die ganze Welt hinterfragt. Auf diesen Grundlagen war ein klares Wort, eine starke Aussage dazu zu erwarten, wie die Landesregierung die Demokratie und die Autonomie S\u00fcdtirols weiterentwickeln zu gedenkt. Ich setze die beiden Termini in Verbindung, denn ich bin vom Gesetz der Gegengewichte \u00fcberzeugt.<br \/>\nPolitik ist die Kunst der Balance und jedes Gewicht braucht entsprechend ein Gegengewicht. Je st\u00e4rker die Machtkonzentration, desto st\u00e4rker muss die Kontrolle sein. Und je st\u00e4rker der Staat, desto mehr Subsidiarit\u00e4tsmechanismen braucht es. Je mehr Macht an das Lokale delegiert wird, desto mehr Mitsprache ist notwendig. Der Diskurs zur Vollautonomie m\u00fcsste daher notgedrungen mit einer Ausweitung der Partizipation einhergehen, wenn sie nicht zu einem small-size-Dominat verkommen will. Wir Gr\u00fcnen nennen diese neue Phase \u201epartizipative Autonomie\u201c und es l\u00e4ge nahe, diese im Konvent zu entwerfen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Die Aussagen des LH zum Autonomiekonvent aber, und noch mehr die Gesetzes\u00e4nderung, die mit dem Stabilit\u00e4tsgesetz vorgeschlagen wird, weisen leider v\u00f6llig in die andere Richtung. Der Konvent wird noch weiter entsch\u00e4rft, ja zu einem unverbindlichen Visionsworkshop degradiert. Schon jetzt fragte man sich, wozu die nette Plauderrunde sich wohl zweiw\u00f6chentlich trifft, wenn nebenher und daran vorbei die Inhalte der Autonomie in v\u00f6llig anderen Foren, die noch nicht einmal im Austausch mit dem Konvent stehen, entwickelt, systematisiert und verhandelt werden. Es ist eine Frage der Zeit, bis sich die Menschen, die f\u00fcr die Zukunft S\u00fcdtirols im Einsatz sind, missbraucht f\u00fchlen \u2013 und ein weiteres Mal warnen wir davor, diesen ersten gro\u00dfen Beteiligungsprozess, der der Prototyp f\u00fcr viele weitere Prozesse sein sollte, auflaufen zu lassen. Man wird nicht mehr glauben daran und das w\u00e4re ein gravierender Missbrauch des Werkzeugs Konvent und der Menschen, die mitgemacht haben.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Das gilt gleicherma\u00dfen auch f\u00fcr die direkte Demokratie. Die elegante Auslassung dieses Themas und die Nichtnennung des Gesetzesvorhabens 2017 (die einzige) stach ins Auge, zumindest ins gr\u00fcne. Dabei war der Glaube an die Umsetzung des Gesetzentwurfs der AG der Gesetzgebungskommission schon nach den ersten Kommentaren im Tagblatt auf ein Minimum gesunken. Nur der Rat der Gemeinden, der in seinem Gutachten den LGE der Kollegen Freiheitlichen mit dem Verweis auf das andere Gesetz negativ bewertet hat, l\u00e4sst einen kleinen Funken Hoffnung gl\u00fchen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Mit diesem Funken m\u00f6chte ich schlie\u00dfen. Mit der Hoffnung in Versuche, die, ruhig auch aus dem Scheitern, dem Zweifel, dem Denken und dem Zusammenbringen von Unterschiedlichkeiten den Durchbruch des Neuen erm\u00f6glichen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Ich war heuer zu einem denkw\u00fcrdigen Workshop am Ritten eingeladen (von den hier Anwesenden war LR Schuler mit dabei) und die Anwesenden brachten ihre Vorschl\u00e4ge zur Zukunft S\u00fcdtirols vor. Mein Vorschlag lautete: <\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\"><b>Mehr Poesie in die Politik<\/b><\/span><\/span><span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">. Verst\u00e4ndnislos hat man mich angesehen und ich habe als Einzige meinen Vorschlag gepunktet, vielleicht ist die Zeit noch nicht reif, um verstanden zu werden. Vielleicht kann es helfen, an Barack Obama zu denken, an die poetische Dimension seiner Politik, die wir angesichts der Prosa, vielleicht auch des Dramas, die uns in den USA nun erwarten, bald vermissen werden.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Ich bin \u00fcberzeugt, dass unsere Politik sich dann \u00fcberleben wird, wenn wir nicht imstande sind, sie anders zu denken, ihr unbekannte Nuancen und Wege zu \u00f6ffnen, Neues zu erschaffen. <\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Poiesis hei\u00dft genau das, Erschaffen. Damit haben schon gro\u00dfe Erfolgsgeschichten begonnen.<\/span><\/span><br \/>\n<span style=\"font-size: medium;\"><span lang=\"de-DE\">Vielen Dank.<\/span><\/span><br \/>\nBozen, 14. Dezember 2016<br \/>\n&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Discorso sulla legge di bilancio 2017. Brigitte Foppa Geehrter Landeshauptmann, geehrte Landesregierung, gesch\u00e4tzte Kolleginnen und Kollegen, Ich wei\u00df nicht wie es euch geht \u2013 aber ich war selten so uninspiriert wie bei diesem Haushalt 2017. Vielleicht ist es die Mittlegislaturdepression, vielleicht die Tatsache, dass der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1071,873],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11955"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=11955"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11955\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16687,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/11955\/revisions\/16687"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=11955"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=11955"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.verdi.bz.it\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=11955"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}