Zusammenschluss Helm-Rotwand: Wo bleibt die „unberührte Natur“?

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Trotz anhängiger Verfahren und verfügter „sospensiva“ seitens des Verwaltungsgerichtes hört man aus Sextens Gemeindestube und aus den Büros der Sextner Dolomiten AG Ankündigungen zum bevorstehenden Baubeginn der Verbindungsanlagen zwischen Helm und Rotwand.

Geschäftsführer Mark Winkler freut sich darauf, den Stiergarten zu verbauen und schwärmt schon, nicht ohne dass dies als bittere Ironie verstanden werden könnte, vom „Blick auf die unberührte Natur“, der sich nun eröffnen würde.

Die gesamte Geschichte der Zusammenlegung liest sich wie der Wettlauf zwischen dem Hasen und dem Igel. Immer, wenn sich Widerstand von Seiten der Umweltschützer formierte, wurde flugs eine neue Variante ausgearbeitet und stets von der Landesregierung gutgeheißen. Immer neue Rekurse wenden sich indessen gegen das Projekt und seine zerstörende Wirkung.

Was nun wirklich unannehmbar ist, ist dass man sich über Gerichtsbeschlüsse hinwegzusetzen versucht. Bürgermeister und Bauherren wissen genau, dass sie bei laufendem Verfahren nicht bauen dürfen, ohne eine Anzeige zu riskieren.

Neben Machtdemonstrationen und Stimmungsmache will man sich also wohl in Stellung bringen.

Dass diese Verbindung der erste Schritt zu einer weiteren Verbauung ist, wird allgemein befürchtetet. Zu Recht, stellt die Verbindung Helm-Rotwand doch das Kernstück einer großen Schischaukel zwischen Sillian und Comelico dar. Was sich dadurch an zusätzlichem Verkehr und Eingriff in die Umwelt ergeben könnte, ist leicht auszumalen.

UmweltschützerInnen weisen zu Recht in der seit Jahren dauernden Kontroverse auf die Problematik hin. Sie wurde auch vom Verwaltungsgericht im Urteil vom 12. Oktober 2010 unterstrichen: Es handle sich um einen „Eingriff in ein ökologisch und landschaftlich sensibles Gebiet“ das eine „irreversibe Zerstörung mit sich brächte“.

 Von der „unberührten Natur“ sind wir also weit entfernt. Wir unterstützen die Bürgerliste Sexten und den Dachverband für Natur- und Umweltschutz in ihrem Protest und fordern, dass der Baustopp beibehalten wird, bis im Dezember die definitive Sachverhandlung am Verwaltungsgericht stattfindet.

 

Brigitte Foppa

Hanspeter Niederkofler

 

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