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Welttag des Tourismus: Drei Fragen an die Südtiroler Entwicklung

Der heutige Welttag des Tourismus steht im Zeichen eines europäischen Hochs, das Italien, Spanien und Griechenland, aber auch Zentraleuropa blendende Gästezahlen und Erfolge beschert. Auch in Südtirol läuft die Entwicklung auf Rekordkurs, der sich vorab der aktuellen Hochkonjunktur und dem politisch sicheren Reiseziel Südtirol verdankt.
Erlöse, Arbeitsplätze und Investitionen halten in vielen Betrieben auf einem Allzeit-Hoch, getragen von oft exzellenter Qualität der Unternehmen, die sich im Urlaub auf dem Bauernhof ebenso wie in Fünfsterne-Betrieben findet.

Drei große Fragezeichen trüben allerdings die Südtiroler Entwicklung

  • Der Bettenzuwachs ist hoch und laut ASTAT in einem Jahr von 220.595 (2016) auf 222.605 (2017) angestiegen, sodass ein Überhang an Betten, wenn nicht eine „Bettenblase“ droht. Der explosive Zuwachs führt zu Überkapazitäten und drängt vor allem kleine Familienbetriebe zunehmend an den Rand.
  • Die Branche sucht händeringend nach Arbeitskräften, die sich im Lande selbst aber kaum mehr finden lassen. Der Arbeitskräftemangel in nahezu allen Wirtschaftsbranchen verpflichtet auch den Tourismus dringend zum Stopp weiterer Expansion.
  • Südtirols Umwelt und Lebensqualität leiden spürbar unter dem sprunghaften Wachstum: Die individuelle Verkehrslawine ist auch ob des Tourismus erschreckend, zumal an Transit- und Passstraßen; der Bodenverbrauch durch neue Hotels und große Außenflächen (Viersterne 2016: 443; 2017: bisher 464), auch durch neue Aufstiegsanlagen enorm; die Kosten der Lebenshaltung steigen auch durch den touristischen Preisauftrieb.

Kein Wunder daher, dass in Südtirol 21,6% von 100 Personen eine Abwertung der Landschaft durch den Tourismus befürchten (so berichtet ASTAT). Das ist mit dem Trentino der höchste Wert in allen italienischen Regionen und Provinzen (Mittelwert: 15,7%), sodass Bürgerinnen und Bürger zunehmend deutlich machen, dass es auch für sie zu viel ist.

Bozen, 27. 09. 2017
Hans Heiss, Brigitte Foppa und Riccardo Dello Sbarba, Landtagsabgeordnete

Rückkehr des Wolfes: Schutzmaßnahmen gäbe es, aber das Interesse ist gering

 

Nun ist es offiziell: Schutzmaßnahmen, die Herden vor Angriffen von Bär und Wolf bewahren könnten, werden großzügig vom Land finanziert. In Südtirol hat aber noch niemand dafür angesucht, stattdessen wird eine harte Abschusskampagne geführt. Der Ruf nach einer „Bär und Wolf-freien Provinz“ lässt Fehlinformationen ins Kraut schießen, verstärkt Initiativlosigkeit und die Gefährdung der Herden. Damit hinkt Südtirol den Maßnahmen in anderen Regionen hinterher.

LR Schuler hat auf Anfrage der Grünen darauf verwiesen, welche Schutzmaßnahmen es gibt, wie diese vom Land gefördert werden und ob selbe angewendet werden: Es gibt wirksame Möglichkeiten des Schutzes, auf die aber noch niemand zurückgekommen ist. Schuler nennt fünf Maßnahmen, die alle Angriffe von Bär und Wolf minimieren, wenn nicht gänzlich verhindern könnten: Hirten, elektrische Schutzzäune, einfache Alarmsysteme , Lamas oder Esel als Warner in den Herden, da diese schneller auf Raubtiere reagieren, schließlich auch große, eigens ausgebildete Hirtenhunde.

Alle diese Maßnahmen wurden anderenorts bereits erprobt, wobei 70% der Kosten landesseitig übernommen werden. Man müsste nur darum ansuchen. In Kooperation mit dem Land würde diese sogar 100% der Spesen abdecken; elektrische Schutzzäune werden in dringenden Fällen sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Es ist überaus verwunderlich, dass keine einzige der Maßnahmen bisher in Anspruch genommen worden ist. Nicht einmal jene, die sofort einsatzfähig wären, wie Elektrozäune oder Lärm-Alarmsysteme. So teilt der Landesrat mit: ”Bis jetzt wurden im zuständigen Amt noch keine Anfragen verzeichnet”. Nur ein Hirte, der aber nicht aus Südtirol stammt, hat in Corvara bis dato einen Elektrozaun angefordert. In Südtirol herrscht eine grundsätzliche Ablehnung. Wolf und Bär würden ebenso abgelehnt, wie die Schutzmaßnahmen vor ihnen.

Wir raten den entsprechenden Verbänden, vorab dem Bauernbund, den Schutz der Herden in den Vordergrund zu stellen und alle Betroffenen über Schutzmaßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten aufzuklären. Denkbare Präventionsmaßnahmen aus ideologischen Gründen weiterhin zu boykottieren, sorgt nur für weiteren Schaden.

Riccardo Dello Sbarba

Brigitte Foppa

Hans Heiss

Bozen, 19.09.2018

Lese hier unsere Anfrage mit Antwort

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Grüne Südtirols als Handlanger des Umwelt-Instituts? Wir dürfen die Freiheitlichen gerne beruhigen und zugleich zu einer Reflexion über die Ausrichtung der Landwirtschaft einladen.

L.Abg. Sigmar Stocker wirft den Grünen Südtirols vor, die Kampagne des Münchner Umwelt-Instituts heimlich unterstützt zu haben. Wir sollten – so Stockers Verdacht – damit der Bundestagskandidatur von Karl Bär auf der Grünen Landesliste in Bayern Schützenhilfe im Wahlkampf gewährt haben.

Gewiss ist verständlich, dass es für den Blauen Stocker in Südtirol kaum Schlimmeres geben kann als das Auftreten eines Grünen mit Namen Bär (womöglich mit islamistischem Hintergrund) und so beeilen wir uns, ihn zu beruhigen:

  • Wir Südtiroler Grüne sind an der Kampagne des Münchner Umweltinstituts nicht beteiligt. Mit Karl Bär hatten wir uns im April 2017 zu einem allgemeinen Meinungsaustausch zum Thema Landwirtschaft getroffen.
  • Wir Grüne wurden, wie auch die Malser AktivistInnen, von der Kampagne des Umweltinstituts überrascht. Sie weist durchaus auch einige Schwächen auf, etwa dass ganz Südtirol und alle Bauern in einen Topf geworfen werden oder dass sie sich durch die Verwendung eines Bildes aus der biologischen Landwirtschaft den Vorwurf der Unprofessionalität gefallen lassen muss.
  • Die Aktion legt aber auch den Finger in die Wunde. Kaum ein Land spielt wie Südtirol mit dem „sauberen Image“ des Landes in den Bergen, das von naturnaher Landwirtschaft und schöner Landschaft lebt. Dem widerspricht eine weitgehend monokulturell angelegte Landwirtschaft mit großem maschinellen und chemischen Einsatz. Die Münchner Kampagne bricht dieses Tabu und wirft wichtige Fragen für die künftige Ausrichtung der Südtiroler Landwirtschaft auf.
  • Die emotionalen und beleidigten Reaktionen des offiziellen Südtirols finden wir deshalb überzogen, die von der Landesregierung angedrohte strafrechtliche Verfolgung ist absurd.
  • Wir glauben hingegen: Irritation schafft Veränderung!
  • In diesem Sinne sind wir davon überzeugt, dass der Weg vom konventionellen Obstbau zu einer stärker biologischen Ausrichtung mit Nachdruck zu verfolgen und der Pestizid-Einsatz Schritt für Schritt zu verringern ist. Die Zeichen dafür, dass dies erkannt wird, stehen besser als früher. Die Forderung kommt nicht primär von politischen Bewegungen oder Umweltinstituten, sondern von vielen BürgerInnen und zahllosen VerbraucherInnen. Inzwischen zieht sogar Landesrat Schuler „den Hut vor den Biodynamischen“.
  • Wir Grüne unterstützen den „Malser Weg“ als ein notwendiges Versuchslabor und demokratischen Test über die künftige Ausrichtung der Südtiroler Obstwirtschaft. Dabei geht es nicht um die Profilierung einzelner Personen oder Gruppierungen, sondern um grundsätzliche Orientierung und um die Entwicklung einer Region; letztlich auch um den Weg Südtirols.

Brigitte Foppa und Tobias Planer, Co-Landesvorsitzende
Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba, Landtagsabgeordnete

P.S. Außerdem gilt immer noch Meinungs- und Ausdrucksfreiheit. Wenn Sigmar Stocker uns Grüne stets als VerbotsfetischistInnen etikettiert, so könnte er ruhig einmal darüber nachdenken, wie er mit ungeliebter Gegenmeinung umgeht.

Bozen, 18.08.2017

 

 

 

 

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