SOUTH POINT = NOₓ-Point

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Den Medien ist zu entnehmen, dass die Podini-Holding in der Galileistraße ein Projekt der städtebaulichen Umstrukturierung gemäß Art. 55 des Landesraumordnungsgesetzes umsetzen will. Im „South Point“ sollen 17.000 m³ Wohnfläche, 57.000 m³ Handelsfläche, 57.000 m³ Unterhaltungs- und Bürofläche und weitere 50.000 m³ Detailhandelsfläche entstehen.

Die von uns früh geäußerten Warnungen vor den Problematiken, die die „Lex Benko“ herauf beschwört, treten somit ein: Nicht mehr die öffentliche Hand stellt die Weichen für die Stadtentwicklung, sondern der private Geldgeber (bzw. Geldhaber).

Beim genannten Vorhaben bestehen aber auch Zweifel wegen des Standortes und seiner gesundheitlichen Risiken, auf die wir Grünen bereits im Bozner Gemeinderat bei der Abstimmung zur Erweiterung des „Twenty“ an derselben Stelle hingewiesen hatten.
Laut Luftqualitätsplan der Landesagentur für Umwelt, Programm zur Reduzierung der NO₂-Belastung, würde der „South Point“ an einer der am stärksten belasteten Stellen des ganzen Landes platziert. Dort wird ein Jahresmittelwert von 62 µg/m³ gemessen, der einem Grenzwert von 40 µg/m³ gegenübersteht.
Wir erinnern daran, dass erhöhte NO₂-Werte zur Zunahme von Atemwegserkrankungen führen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Sterblichkeit zunehmen, weshalb eine entsprechende EU-Richtlinie (2008/50/EG) die Staaten verpflichtet, die Einhaltung der Grenzwerte innerhalb 2015 zu garantieren.
Vor allem, wenn man die bereits besorgniserregenden Luftwerte in Relation mit der Bevölkerungsdichte im Bozner Stadtgebiet sieht (s. Luftqualitätsplan: „Von der Überschreitung sind ca. 25.000 Personen betroffen. Die höchsten Werte treten (…) entlang der Brennerautobahn auf.“), steht die Sinnhaftigkeit eines derartigen Projektes in Frage. Es würde eine große Anzahl von Personen an einen Ort locken, der alles andere als gesund ist. Dort generationenübergreifendes Wohnen vorsehen und Sport- und Erholungsanlagen anbieten, erscheint uns als sehr verwegen bis verantwortungslos, wenn nicht gar zynisch.

In dieser Sache richten wir eine Anfrage an die Landesregierung, um zu erfahren, wie die Landesregierung das Vorhaben auf der Grundlage der Luftsituation bewertet.
21.11.2014

Brigitte Foppa, Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba

Anlage: Auszug aus dem Programm zur Reduzierung der NO₂-Belastung, Landesagentur für Umwelt

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