„Safety-Park rockt“: Wann rockt auch die Bilanz schwarzen Zahlen entgegen?

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P1010166Am 25./26. Mai 2013 gab es im Safety Park ein Konzert der Band „Bonovox“, als Auftakt einer Fahrzeugpräsentation und weiterer Rock-Konzerte am 22. Juni 2013. Ob der zu 100% in Landeseigentum befindliche Safety Park auch positiven Ergebnissen entgegen „rockt“, ist eine andere Frage:

Die seit Ende 2010 aktive Direktorin Erica Furini ist mit ambitionierten Zielvorgaben für den Safety-Park gestartet: Kurzfristige Sanierung der finanziellen Situation, gute Auslastung, motivierende Mitarbeiterführung. Der erhoffte Aufbruch lässt aber weiter auf sich warten: Das von der Direktorin und LR Widmann bekräftigte Ziel, bis Ende 2011 aus der Verlustzone zu kommen, wurde auch 2012 wieder verfehlt.

Zwar wurde der Betriebsverlust des letzten Jahres in Höhe von 77.165 € im Vergleich zu 2010 (Verlust: 401.030 €) und 2011 (Verlust 79.250 €) leicht abgesenkt, dennoch blieb die Ankündigung von LH Durnwalder von Mai 2009 „Bereits im kommenden Jahr soll der Safety Park schwarze Zahlen schreiben!“ wieder unerfüllt. Bei knapp 560.000 € Verlust in drei Jahren stehen die Zeichen anhaltend auf rot, sodass das Gesellschaftskapital von 700.000 € (2009) auf nunmehr 220.000 € herab gesetzt werden musste. Da das gesamte Gesellschaftskapital von der STA und somit indirekt vom Land Südtirol gehalten wird, ist es nur mehr eine Frage der Zeit, bis Aufstockung mit Landesmitteln erfolgen muss.

Hinzu kommt, dass wesentliche Erlöse aus folgenden Positionen realisiert werden:

  • wenig sicherheitsrelevanten Freizeitaktivitäten im Bereich Kart & Cross (2009: 169.975 €; 2010: 226.147 €; 2011: 308.900 €)
  • verpflichtenden Einschreibungen von Schülern (2009: 340.185 €; 2010: 442.999 €);
  • Restauranteinnahmen (2011: 278.637 €, 2012: 216.170 €).

Diese Positionen stellen einen großen Teil der folgend angeführten Gesamterlöse:

2009: 1.789.981 €; 2010: 1.091.005 €; 2011: 2.194.420 €; 2012; 2.014.183 €.

Bleibend hoch liegen die Personalkosten des Safety-Park (2010: 729.310 €; 2011: 839.005 €; 2012: 725.183 €), womöglich das Resultat der öfter feststellbaren Mitarbeiter- bzw. Führungsprobleme.

So läuft der von Erica Furini angekündigte Sanierungskurs zwar weiter, verfehlt aber deutlich die gesteckten Ziele. Insgesamt bleibt das im Mai 2008 eröffnete Fahrsicherheitszentrum mit Baukosten von 16.8 Mio. € (ohne Zufahrtsbrücke: 5 Mio €) Garant chronisch anhaltender Verluste. Wenn die Unfall- und Todesbilanz auf Südtirols Straßen seit 2003 stark rückläufig ist, so ist dies kaum das Verdienst des Safety Park, sondern des Punkteführerscheins und verschärfter Kontrollen. Gab es noch etwa 2003 in Südtirol 65 Verkehrstote und 1712 Unfälle, so sank deren Zahl bis 2009 auf 35 Tote bzw. 1235 Unfälle – ganz ohne Zutun des Safety Park.

Daher richten wir folgende Fragen an die Südtiroler Landesregierung:

  1. Ist die 2012 offenbar problematische personelle Situation am Safety Park inzwischen behoben
  2. Wie hoch lagen 2012 die Erlöse aus Kursen, Gokart-Fahrten, Verkehrserziehung des Landes, der Initiative „Hallo Auto“?
  3. Wann geht die IVECO-Teststrecke in Betrieb, wie hoch liegen die Baukosten?
  4. Ist im Gegenzug das Gewerbegebiet ex-IVECO 2 in Bozen geräumt worden?
  5. Sollte bei weiteren Verlusten nicht an eine profitable Umwidmung des „Safety Parks“ gedacht werden?

Hans Heiss
Riccardo Dello Sbarba

Bozen, 3. Juni 2013

 

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