Rückkehr des Wolfes: Schutzmaßnahmen gäbe es, aber das Interesse ist gering

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Nun ist es offiziell: Schutzmaßnahmen, die Herden vor Angriffen von Bär und Wolf bewahren könnten, werden großzügig vom Land finanziert. In Südtirol hat aber noch niemand dafür angesucht, stattdessen wird eine harte Abschusskampagne geführt. Der Ruf nach einer „Bär und Wolf-freien Provinz“ lässt Fehlinformationen ins Kraut schießen, verstärkt Initiativlosigkeit und die Gefährdung der Herden. Damit hinkt Südtirol den Maßnahmen in anderen Regionen hinterher.

LR Schuler hat auf Anfrage der Grünen darauf verwiesen, welche Schutzmaßnahmen es gibt, wie diese vom Land gefördert werden und ob selbe angewendet werden: Es gibt wirksame Möglichkeiten des Schutzes, auf die aber noch niemand zurückgekommen ist. Schuler nennt fünf Maßnahmen, die alle Angriffe von Bär und Wolf minimieren, wenn nicht gänzlich verhindern könnten: Hirten, elektrische Schutzzäune, einfache Alarmsysteme , Lamas oder Esel als Warner in den Herden, da diese schneller auf Raubtiere reagieren, schließlich auch große, eigens ausgebildete Hirtenhunde.

Alle diese Maßnahmen wurden anderenorts bereits erprobt, wobei 70% der Kosten landesseitig übernommen werden. Man müsste nur darum ansuchen. In Kooperation mit dem Land würde diese sogar 100% der Spesen abdecken; elektrische Schutzzäune werden in dringenden Fällen sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.

Es ist überaus verwunderlich, dass keine einzige der Maßnahmen bisher in Anspruch genommen worden ist. Nicht einmal jene, die sofort einsatzfähig wären, wie Elektrozäune oder Lärm-Alarmsysteme. So teilt der Landesrat mit: ”Bis jetzt wurden im zuständigen Amt noch keine Anfragen verzeichnet”. Nur ein Hirte, der aber nicht aus Südtirol stammt, hat in Corvara bis dato einen Elektrozaun angefordert. In Südtirol herrscht eine grundsätzliche Ablehnung. Wolf und Bär würden ebenso abgelehnt, wie die Schutzmaßnahmen vor ihnen.

Wir raten den entsprechenden Verbänden, vorab dem Bauernbund, den Schutz der Herden in den Vordergrund zu stellen und alle Betroffenen über Schutzmaßnahmen und Finanzierungsmöglichkeiten aufzuklären. Denkbare Präventionsmaßnahmen aus ideologischen Gründen weiterhin zu boykottieren, sorgt nur für weiteren Schaden.

Riccardo Dello Sbarba

Brigitte Foppa

Hans Heiss

Bozen, 19.09.2018

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