Liebe Pestizid-Rebellen von Mals!

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Klar unterstütze ich die „Pestizid-Rebellen von Mals“. So wie bisher ein dutzend-und-mehrtausend umweltbewusste Menschen habe auch ich ihren Aufruf an den Landeshauptmann unterschrieben. Arno Kompatscher möge Mals pestizidfrei bleiben lassen, er möge andere Südtiroler Gemeinden ermuntern, es Mals gleich zu tun, und am besten möge er aus ganz Südtirol ein Mals zu machen, will heißen: ein Bauern-, Wohn- und Ferienland, vom Gifte befreit. Ich bin für die Pestizid-Rebellen von Mals, – so wie sie sind.Dann hat halt jeder seine Art. Ich zum Beispiel hätte den Brief an den Landeshauptmann etwas höflicher, lasst mich sagen: umweltfreundlicher geschrieben. Er will eine „Petition“ sein, habe ich recht verstanden? Petition kommt lateinisch von bitten. Wir sind keine Untertanen, und der Landeshauptmann muss um nichts gebeten werden. Doch ihn zu ersuchen, oder an ihn das Gesuch zu richten, wäre abgesehen von höflicher meiner Erfahrung nach auch wirksamer. Wer seinen Gesprächspartner anlässt mit „Ich fordere sie auf“ und Doppelpunkt, will mit diesem eher nicht ins Gespräch kommen. Es sei denn, das ist die Absicht und man hält beim Landeshauptmann Einschüchterung für zielführend.

Und weil ich schon dabei bin, liebe Pestizid-Rebellen von Mals, verzeiht mir noch eine Belehrung: Ihr warnt Touristen vor „Plantagen, in denen dutzende Male im Jahr Gifte gespritzt werden“, vor einer Urlaubsregion, die „in Pestiziden versinkt“, und drohen schließlich, „das sonst so schöne Südtirol als Urlaubsland zu streichen“. Übertreibungen verstärken Argumente nie und in der Regel verkehren sie sich in Munition für die Gegner. Und von wegen Südtirol-Urlaub: Wollen wir wirklich dem Beispiel jener Leserbriefschreiber-Sorte folgen, die jeden Kummer mit dem Gastland gleich mit einer Boykott-Androhung verbindet? Selbst der bemühteste Gastgeber ist inzwischen geneigt, auf solche Drohgebärden zu reagieren mit: „dann bleibt’s halt …“

Im übrigen: Am Malser Wesen möge das Land genesen!

Florian Kronbichler
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