Auf Halbmast

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LuttoEmpörung schwappt durch das Land ob der staatlichen Aufforderung, am kommenden Sonntag zur Erinnerung an den Kriegseintritt Italiens 1915 die italienische Fahne zu hissen. Die Empörung richtet sich aber vorab gegen die Tatsache, dass Südtirol aufgrund des Kriegseintritts und der darauf folgenden Niederlage Österreich-Ungarns 1919 zu Italien geschlagen wurde.

Das ist tatsächlich kein Grund zum Feiern.

Noch mehr allerdings befremdet es zutiefst, dass eine Regierung, die von einem Premier aus dem Mitte-Links-Lager geleitet wird, grundsätzlich das Eintreten in einen Krieg zu feiern gedenkt, obwohl dieser Millionen Menschenleben gekostet hat.

Wir schlagen daher vor, zwar Flagge zu zeigen, aber die Fahnen auf Halbmast zu setzen.

Nur Trauerbeflaggung wird dem gerecht, was ein Weltkrieg angerichtet hat – egal ob man zu den GewinnerInnen oder VerliererInnen gehört.
21. Mai 2015

L.-Abg. Brigitte Foppa, Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba

2 Antworten auf Auf Halbmast

  • Harald Knoflach sagt:

    Ich schließe mich Hermanns Kommentar vollinhaltlich an.

  • Hermann Atz sagt:

    Liebe grüne Landtagsabgeordnete,

    danke für diese Stellungnahme! Sie war gut und richtig – ist mir aber
    zu wenig.
    Zweifellos, der größte Skandal an diesem Flaggenerlass ist die
    Verherrlichung eines unsinnigen und schändlichen Angriffskriegs, der vor
    allem auch auf italienischer Seite eine riesige Zahl an Toten und
    sonstigem Leid verursacht hat. Mir als einst militantem Pazifisten tut
    das in der Seele weh.

    Schon aus diesem Grund sollte nicht nur die Beflaggung auf Halbmast
    angeregt werden, sondern die ausdrückliche Forderung an die
    “befreundete” Regierung Renzi ergehen, die besagte Verordnung
    unverzüglich zurückzunehmen. Bitte setzt euch dafür ein!

    Ich muss in diesem Fall auch den Patrioten im Land rechtgeben (man kann
    sich nicht aussuchen, mit wem man die Meinung teilt): Für die gegen
    ihren Willen an Italien geschlagenen SüdtirolerInnen (aller
    Sprachgruppen) bedeutet diese Verordnung einen ungeheuren Affront, der
    alte Wunden aufreißt und ein weiteres Beispiel dafür bildet, dass es in
    Italien keine Aufarbeitung der Geschichte gibt, die diesen Namen
    verdient. Bitte redet das nicht klein, sondern schließt euch dem Protest an.

    Beste Grüße
    Hermann

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